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Humerus (Veterinärmedizin)

(Weitergeleitet von Oberarmknochen (Veterinärmedizin))

Synonym: Oberarmknochen

1 Definition

Der Humerus ist ein kräftiger Röhrenknochen, der je nach Tierart unterschiedliche Formen und Längen aufweist.

2 Anatomie

Der Humerus stellt die Verbindung zwischen der Scapula und dem Skeleton antebrachii dar. Seine Länge kann aufgrund unterschiedlichster Faktoren wie Alter, Geschlecht, Tierart, etc. variieren. Die Stellung, die er zur Scapula einnimmt kann nicht einheitlich bestimmt werden, jedoch wird in der Fachliteratur meist ein Winkel von 110°-125° angegeben.

Grob kann der Humerus in eine Extremitas proximalis, einen Corpus humeri und in eine Extremitas distalis eingeteilt werden.

2.1 Extremitas proximalis

Die Extremitas proximalis kennzeichnet sich zu einem Gutteil durch den Caput humeri, welcher der Artikulation mit der Skapula dient. Wichtige Strukturen sind:

  • Caput humeri: trägt an seinem proximalen Ende eine Gelenksfläche (Facies articularis), die mit der Cavitas glenoidalis der Scapula in Verbindung steht
  • Collum humeri: ist das Verbindungsglied zwischen Caput humeri und Corpus humeri
  • Tuberculum majus: flankiert den Caput humeri kraniolateral und ist meist sehr mächtig ausgebildet; ist in zwei Anteile gegliedert: Pars cranialis und Pars caudalis tuberculi majoris
  • Tuberculum minus: flankiert den Caput humeri kraniomedial und weist nur beim Pferd und Schwein eine Zweiteilung auf: Pars cranialis und Pars caudalis tuberculi minoris
  • Tuberculum intermedium: breiter Kamm in sagittaler Richtung, der nur beim Pferd ausgebildet ist; trennt den Sulcus intertubercularis in eine laterale und mediale Einkerbung
  • Sulcus intertubercularis: Rinne, die das Tuberculum majus vom Tuberculum minus trennt und kranial am Humerus liegt; dient als Führungsrinne für die Bizepssehne
  • Crista tuberculi minoris: Knochenleiste, die am Tuberculum minus entspringt und in Richtung Corpus humeri verläuft
  • Crista tuberculi majoris: Knochenleiste, die am Tuberculum majus entspringt und in Richtung Tuberositas deltoidea zieht
  • Crista humeri: knöcherne Fortsetzung der Crista tuberculi majoris ab der Tuberositas deltoidea; zieht über die kraniale Humerusfläche zum Medialrand der Trochlea humeri
  • Linea musculi tricipitis: befindet sich an der lateralen Humerusseite und zieht vom Caput humeri zur Tuberositas deltoidea
  • Tuberositas teres minor: kranial der Linea musculi tricipitis ausgebildet

2.2 Corpus humeri

Der Corpus humeri (Humerusschaft) kann in vier Flächen eingeteilt werden: Facies cranialis, Facies medialis, Facies lateralis und Facies caudalis. Wichtige Strukturen sind:

  • Tuberositas deltoidea: befindet sicha n der Facies lateralis im proximalen Humerusdrittel
  • Tuberositas teres major: aufgeraute Fläche, die medial oberhalb der Humerusmitte ausgebildet ist

2.3 Extremitas distalis

Die Extremitas distalis humeri wird grundsätzlich durch den Condylus humeri gekennzeichnet. Dieser dient als Gelenkkörper mit dem Skeleton antebrachii. Besondere anatomische Marken sind:

  • Trochlea humeri: sitzt auf dem Condylus humeri und ist durch eine Sagittalrinne in einen medialen und lateralen Teil untergliedert
  • Bandgruben: befinden sich jeweils an den Seitenflächen beider Kondylen und dienen als Ursprungs- und Ansatzpunkt von Seitenbändern zwischen dem Ober- und Unterarm
  • Bandhöcker: sind über den Bandgruben ausgebildet und dienen ebenso den Bändern als Haltepunkte
  • Epicondylus lateralis: liegt kaudolateral und dient etlichen Streckern Handgelenke als Ursprungspunkt
  • Crista epicondyli lateralis: scharfe Knochenleiste, die vom Epicondylus lateralis entspringt und nach proximal verläuft
  • Epicondylus medialis: liegt kaudomedial und ist der Ursprung vieler Beuger des Karpalgelenks und der Zehengelenke
  • Fossa olecrani: Fläche, die an der Kaudalfläche liegt und proximal der Trochlea humeri zwischen beiden Kondylen aufzufinden ist
  • Foramen supratrochleare: Loch, das die Fossa olecrani mit der Fossa radialis verbindet und nur beim Hund ausgebildet ist
  • Foramen supracondylare: ist proximal des Epicondylus medialis anzutreffen und dient als Durchtrittsstelle von Gefäßen und Nerv; nur bei der Katze
1. Tuberculum majus 6. Fossa radialis 11. Corpus humeri
2. Collum humeri 7. Condylus humeri 12. Epicondylus medialis
3. Tuberositas deltoidea 8. Sulcus intertubercularis 13. Caput humeri
4. Crista humeri 9. Tuberculum minus
5. Sulcus m. brachialis 10. Crista tuberculi minoris

3 Literaturangabe

  • Messner, Patrick, Renkin, Maria. Anatomie des aktiven & passiven Bewegungsapparates der Haussäugetiere. Band I (Osteologie). Vienna Academic Press, 2016

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