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Musculus aryepiglotticus

Englisch: aryepiglottic muscle

1 Definition

Der Musculus aryepiglotticus ist ein kleiner, dünner Muskel, der zur inneren Kehlkopfmuskulatur gehört.

2 Verlauf

Von der Spitze des Stellknorpels (Cartilago arytaenoidea) entspringend, läuft der Musculus aryepiglotticus zur Plica aryepiglottica am Seitenrand der Epiglottis. Er ist die Fortsetzung des Musculus arytaenoideus obliquus.

3 Innervation

Die Innervation erfolgt durch den Nervus laryngeus inferior aus dem Nervus laryngeus recurrens.

4 Funktion

Der Musculus aryepiglotticus verengt den Kehlkopfeingang (Aditus laryngis) und unterstützt die Bewegung der Epiglottis nach posterior.

4.1 Deglutation

Infolge der Larynxelevation bei der Deglutation (Schluckvorgang) senkt sich die Epiglottis hauptsächlich durch zwei Faktoren über den Kehlkopfeingang (Aditus laryngis):

Dabei bewirken die Fasern des Musculus aryepiglotticus und die Taschenfalten zusätzlich eine Verengung des Kehlkopfvestibüls und eine Annäherung zwischen Stellknorpeln und Epiglottis.

4.2 Phonation

Die aryepiglottischen Muskelaktionen sind Bestandteil der Aktivität der sogenannten "vorderen Spannungskette" - eines Muskelkomplexes, der den Vokaltrakt von vorne verengt und verschließt.

Die Annäherung von Aryknorpeln und Epiglottis zueinander verkürzt und verdickt die Stimmlippen (durch Annäherung von Stellknorpeln und Epiglottis zueinander) und reduziert damit auf muskulärer Ebene die Wirkung des Musculus vocalis. Gleichzeitig wird der Musculus cricothyroideus in seiner Wirkung ausgehebelt. Kompensatorisch müsste der Musculus vocalis zur Lautstärke- und Frequenzregelung hyperfunktionell arbeiten. Als langfristige Folge kann ein ovalärer Glottisspalt entstehen.

Für phonatorische Zwecke kommt solch eine Vestibülverengung bei asiatischen Gesängen und einem bohrend-nasalen Klangstil, dem "Twang" (nach Jo Estill), vor. Jo Estill beobachtete eine aryepiglottische Verengung mit Annäherung zwischen Epiglottis und Aryknorpeln bei lauter Stimmgebung (klassischer Gesang und Belting). Die aryepiglottische Verengung wird aufgrund ihrer akustischen Eigenschaften oft als Resonanzstrategie in diversen Gesangsstilen angewandt, da sie mit einer Zunahme an Teiltönen zwischen 2 und 4 kHz einhergeht.

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