Motile Sperm Organelle Morphology Examination
Definition
Die Motile Sperm Organelle Morphology Examination, kurz MSOME, ist ein Verfahren zur hochauflösenden morphologischen Beurteilung lebender, beweglicher Spermien unter starker Vergrößerung. Sie dient im Rahmen der erweiterten Fertilitätsdiagnostik der detaillierten Analyse von Kopf-, Mittelstück- und Schwanzstrukturen der Spermien.
Hintergrund
Bei der MSOME werden lebende Spermien bei sehr hoher optischer Vergrößerung (6.000- bis 8.000-fach) mikroskopisch untersucht. Im Unterschied zum konventionellen Spermiogramm werden dabei auch morphologische Details (z.B. Vakuolen im Spermienkopf) erfasst.
Wenn die MSOME der Auswahl unauffälliger Spermien für die intrazytoplasmatische Spermieninjektion dient, wird das als IMSI (Intrazytoplasmatische morphologisch-selektierte Spermieninjektion) bezeichnet.
Durchführung
Die Untersuchung erfolgt an vitalen, motilen Spermien in einem geeigneten Medium mittels einer speziellen Hochvergrößerungs-Optik. Bewertet werden u.a.:
- Kopfgröße und -form
- Akrosomregion
- Mittelstückanomalien
- Schwanzanomalien
Der Hauptfokus liegt auf der Kernmorphologie und der Vakuolisierung des Zellkerns im Spermienkopf. Hier wird auf die Anzahl, Größe und Lokalisation von Vakuolen geachtet. Große oder multiple Vakuolen gelten als indirekter Hinweis auf eine abnorme Spermiogenese und DNA-Fragmentation.
Indikation
- Abklärung männlicher Infertilität bei auffälliger Spermienmorphologie (Teratozoospermie)
- Auswahl morphologisch geeigneter Spermien im Rahmen der assistierten Reproduktion (v.a. ICSI)
Bewertung
Die Befundbewertung erfolgt anhand definierter morphologischer Kriterien. Die klinische Aussagekraft ist jedoch variabel und stark abhängig vom Laborstandard. Die MSOME ist mit einer besseren Fertilisationsrate, aber nicht mit einer höheren Lebendgeburtenrate assoziiert.[1]
Quellen
- ↑ Bartoov B, Berkovitz A, Eltes F, Kogosowski A, Menezo Y, Barak Y. Real-time fine morphology of motile human sperm cells is associated with IVF-ICSI outcome. J Androl. 2002 Jan-Feb;23(1):1-8. doi: 10.1002/j.1939-4640.2002.tb02595.x. PMID: 11780915.