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Mobbing am Arbeitsplatz

1 Definition

Unter Mobbing am Arbeitsplatz versteht man wiederholte psychische Attacken gegen Mitarbeiter, mit dem Ziel diese emotional zu traumatisieren und dadurch zum Verlassen des Unternehmens zu bewegen. Mobbing bezieht sich dabei auf ein wiederkehrendes Verhaltensmuster und nicht auf eine einzelne Handlung.

2 Epidemiologie

Ungefähr 3% der Arbeitnehmer sind in Deutschland von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen. Es wird jedoch von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Etwa 2/3 der Mobbingopfer sind Frauen. Die höchsten Mobbingraten bestehen in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheits- und Sozialbereich. In ca. 50% der Fälle beteiligen sich Vorgesetzte am Mobbing.

3 Ätiologie

Die Ursachen seitens der Mobbing-Opfer können vielfältig sein:

  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • mangelnde soziale Kompetenz
  • Unnachgiebigkeit im Kampf gegen Ungerechtigkeiten
  • hohe Gewissenhaftigkeit
  • Rigidität
  • Passivität und Hilfslosigkeit
  • fehlende Distanz
  • starke Verausgabungsbereitschaft

Die Motive der Mobbing-Täter sind meist von einer Mischung aus ökonomischen (Bedrohung des eigenen Status), gruppendynamischen und individuell psychischen Aspekten getrieben.

4 Mobbingstrategien

Die Täter entwickeln Strategien, wie sie ihren Opfern gezielt schaden können, wie z.B.

  • Kompetenzentzug
  • Zuweisung von sinnlosen Tätigkeiten
  • Soziale Isolation des Opfers
  • Angriffe auf die Person und die Privatsphäre des Opfers
  • Sexuelle Belästigungen
  • Verbale Angriffe (z.B. Drohungen oder Verbreiten von Gerüchten).

5 Klinik

Aufgrund der enormen psychischen Belastungen für das Opfer kann es zu zahlreichen Symptomen oder Erkrankungen kommen, wie z.B.

6 Gegenmaßnahmen

Um das Mobbing zu unterbrechen, gibt es verschiedene Maßnahmen:

  • Als Erstes sollte ein Gespräch zwischen Täter und Opfer erfolgen. In diesem Gespräch sollte das Opfer den Täter auf seine Verhaltensweisen ansprechen. Hilfreich kann es sein, wenn eine neutrale Person, z.B. ein Mediator, am Gespräch teilnimmt, um vermitteln zu können.
  • Es ist ebenfalls hilfreich, wenn die Betroffenen ein sogenanntes Mobbing-Tagebuch führen.
  • Psychotherapie, mit Verhaltensanalyse, Verhaltenstherapie, Organigramm und Erarbeitung eines therapeutischen Mobbingkonzeptes.
  • Aufbau einer sinnhaften Arbeits- und Lebensperspektive.
  • Arbeitsplatzwechsel

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