Missed Abortion
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LoslegenSynonyme: verhaltener Abort, Embryonalmole
Definition
Die Missed Abortion ist eine Form der Fehlgeburt, bei der die Fruchtanlage abgestorben ist, aber nicht spontan aus dem Uterus ausgestoßen wird.
Klinik
Eine Missed Abortion verläuft häufig asymptomatisch und wird als Zufallsbefund bei einer Sonografie festgestellt. Möglich sind folgende klinische Zeichen:
- Abnahme subjektiver Schwangerschaftszeichen, beispielsweise Nausea oder Brustspannen
- vaginale Schmierblutung oder leichte Blutung
- leichte Unterbauchbeschwerden
- fehlendes zeitgerechtes Wachstum des Uterus
Der Zervixkanal ist typischerweise geschlossen. Ein Abgang von Schwangerschaftsgewebe liegt definitionsgemäß zunächst nicht vor. Das Fortbestehen oder der Rückgang subjektiver Schwangerschaftszeichen erlaubt keine zuverlässige Beurteilung der Vitalität der Schwangerschaft.
Diagnose
Die Diagnose wird primär durch eine transvaginale Sonografie (TVUS) gestellt. Dabei werden die Lage der Schwangerschaft, die Scheitel-Steiß-Länge (SSL), der mittlere Fruchthöhlendurchmesser und die embryonale Herzaktion beurteilt.
Sonografische Befunde, die für einen intrauterinen Fruchttod sprechen, sind:
- Embryo mit einer SSL von mindestens 7 mm ohne nachweisbare Herzaktion
- Fruchthöhle mit einem mittleren Durchmesser von mindestens 25 mm ohne darstellbaren Embryo
Vor einer definitiven Diagnose sollte bei diesen Befunden eine fachärztliche Zweitbeurteilung und/oder eine Kontrollsonografie erfolgen. Bei einer SSL unter 7 mm ohne Herzaktion oder einer leeren Fruchthöhle unter 25 mm ist die Vitalität zunächst unklar. In diesem Fall wird frühestens nach 7 Tagen eine erneute TVUS durchgeführt.
Die Bestimmung des Beta-hCG ist bei unklarem Befund hilfreich. Ein einzelner Messwert oder ein abfallender Verlauf beweist eine Missed Abortion jedoch nicht.
Differentialdiagnose
Ist zuvor keine intrauterine Schwangerschaft nachgewiesen worden, muss differenzialdiagnostisch eine Extrauteringravidität ausgeschlossen werden.
Komplikationen
Mögliche Komplikationen einer Missed Abortion sind:
- starke oder persistierende vaginale Blutung
- unvollständiger Abort mit intrauterin verbliebenem Schwangerschaftsgewebe
- aufsteigende Infektion bis hin zum septischen Abort
Selten kann bei länger bestehendem intrauterinem Fruchttod eine Verbrauchskoagulopathie auftreten, vor allem in fortgeschrittenen Schwangerschaftsstadien. Sie wird auch als Dead-Fetus-Syndrom bezeichnet.
Therapie
...bis zur 12. SSW
Bei einer frühen Missed Abortion (≤ 12 + 0 SSW) stehen grundsätzlich drei Behandlungsstrategien zur Verfügung:[1]
- abwartendes Vorgehen (Watch and Wait)
- medikamentöse Behandlung, z.B. mit Misoprostol oder einer Kombination aus Mifepriston und Misoprostol
- operative Behandlung
Die Wahl erfolgt nach Aufklärung unter Berücksichtigung der klinischen Situation und der Präferenz der Patientin. Ein abwartendes bzw. konservatives Vorgehen erfordert Verlaufskontrollen. Bei ausbleibendem oder unvollständigem Abort kann eine weitere medikamentöse oder operative Behandlung notwendig werden.[2]
Bei starker oder persistierender Blutung, klinischen Infektionszeichen oder einer Koagulopathie ist in der Regel eine operative Behandlung indiziert.[1]
Operativ wird eine Vakuumaspiration bzw. Saugkürettage durchgeführt. Um die Zervix nicht übermäßig zu traumatisieren, werden präoperativ, d.h. 3–4 Stunden vor dem Eingriff, Prostaglandine zur Erweiterung und Erweichung der Zervix verabreicht. Dadurch wird die Gefahr einer Zervixinsuffizienz bei einer Folgeschwangerschaft minimiert.
...nach der 12. SSW
Nach der 12. SSW wird in der Regel eine medikamentöse Abortinduktion, meist mit Mifepriston und Misoprostol, durchgeführt. Alternativ kommt abhängig von Gestationsalter ein operatives Vorgehen infrage. Eine Kürettage nach dem Abort ist nur bei entsprechender Indikation, beispielsweise bei Plazentaretention, unvollständiger Entleerung oder persistierender Blutung, erforderlich.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Musik T, Grimm J, Juhasz-Böss I, Bäz E. Treatment Options After a Diagnosis of Early Miscarriage: Expectant, Medical, and Surgical. Dtsch Arztebl Int. 2021;118(46):789-794.
- ↑ Devall AJ et al. Methods for managing miscarriage: a network meta-analysis. Cochrane Database Syst Rev. 2021;6:CD012602.