Medication Appropriateness Index
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
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Definition
Der Medication Appropriateness Index (MAI) ist ein Bewertungsinstrument, das die Angemessenheit einzelner Arzneimittelverordnungen anhand von 10 standardisierten Kriterien/Leitfragenbewertet, um potenziell unangemessene Medikation bei einem Patienten zu identifizieren und therapeutische Entscheidungen evidenz- und kontextbezogen zu unterstützen.
Hintergrund
Der MAI beurteilt jedes einzelne Medikament separat anhand folgender 10 Kriterien/Fragestellungen:
- Indikation — Gibt es für den Wirkstoff eine klare, klinisch begründete Verordnung?
- Wirksamkeit — Ist der Wirkstoff für die zugrunde liegende Indikation klinisch wirksam?
- Dosierung — Entspricht die Dosierung den aktuellen therapeutischen Anforderungen (Alter, Organfunktion, Leitlinien)?
- Anwendungsanweisung (korrekt) — Sind die Einnahme- bzw. Applikationsanweisungen korrekt und leitliniengerecht?
- Anwendungsanweisung (praktikabel) — Sind die Verordnungsanweisungen für den Patienten praktikabel (z. B. Zeiten/Intervall praktisch umsetzbar)?
- Klinisch relevante Arzneimittel–Arzneimittel-Interaktionen — Bestehen relevante Wechselwirkungen mit anderen verordneten Arzneimitteln?
- Klinisch relevante Arzneimittel–Krankheits/-Zustands-Interaktionen — Gibt es Wechselwirkungen zwischen dem Arzneimittel und bestehenden Begleiterkrankungen des Patienten (z. B. Kontraindikationen)?
- Therapeutische Doppelverordnung — Liegt eine unnötige Duplikation therapeutischer Wirkstoffe vor?
- Therapiedauer — Ist die Dauer der Anwendung klinisch angemessen (nicht zu kurz/zu lang)?
- Kosten/Nutzen — Ist das verordnete Arzneimittel im Vergleich zu therapeutisch gleichwertigen Alternativen kosteneffektiv?
Der MAI wurde 1992 von J.T. Hanlon und Kollegen als klinisches Bewertungsinstrument zur Objektivierung der Angemessenheit von Arzneimittelverordnungen entwickelt und erstmals in der Journal of Clinical Epidemiology publiziert. Ursprünglich eingesetzt vor allem in ambulanten, geriatrischen Populationen mit Polypharmazie, hat sich der MAI zu einem verlässlichen, validierten Instrument entwickelt, das sowohl in klinischen Studien als auch in der Praxis – z. B. bei Medikationsanalysen, Qualitäts- und Sicherheitsbewertungen – genutzt wird.