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Mandibula (Geflügel)

Synonym: Unterkiefer

1 Definition

Als Mandibula bezeichnet man einen lang gezogenen Knochen am Schädel des Geflügels. Sie kann mit der Mandibula der Haussäugetiere verglichen werden.

2 Anatomie

Die Mandibula ist ein langer, schlanker und V-förmig gestalteter Knochen, der mit dem Os quadratum im Kiefergelenk artikuliert. In ihrem vorderen Abschnitt stellt die Mandibula die knöcherne Grundlage des Unterschnabels und ist daher in ihrer Form starken tierspezifischen Variationen unterlegen.

Die Mandibula geht ontogenetisch aus dem Meckel-Knorpel hervor (verknöchert als Os articulare). Im Zuge der Entwicklung legen sich zusätzlich noch fünf paarige Deckknochen hinzu, um so so einen Knochenstab zu formen. Von rostral nach kaudal sind dies:

Vor und hinter dem Os supraangulare können mehrere Fensterungen bestehen bleiben, die als Fenestrae mandibulae rostralis et caudalis bezeichnet werden.

Die Ossa dentalia beider Mandibulahälften verknöchern median in der Symphysis mandibularis. Dieser als Pars symphysialis beschriebene Abschnitt der Mandibula besitzt sowohl dorsal als auch ventral mehrere Foramina neurovascularia, die mit dem Canalis neurovascularis in Verbindung stehen. Die paarigen Mündungsöffnungen liegen dabei kaudal der Symphysis mandibularis.

Am hochkant gestellten Schenkel der Mandibula ist an der Pars intermedia ein Canalis mandibularis ausgebildet, dessen Zu- und Ausgang auf der medialen Seite (Facies medialis) liegt. Der Nervenkanal wird dabei vom Os spleniale bedeckt. An der Facies lateralis sind vor allem im vorderen Abschnitt bei der Gans und bei der Ente kleine Gruben für Tastkörperchen (Foveae corpusculorum nervosorum) ausgebildet. An der Pars caudalis der Mandibula findet sich eine aus zwei bis drei Facetten bestehende Fossa articularis quadratica, in der das Os quadratum schleift. Unmittelbar vor dieser Gelenksfläche befindet sich am Dorsalrand ein Processus coronoideus und nach medial ragt ein kräftiger Processus medialis mandibulae. Diesem Fortsatz gegenüber kann in manchen Fällen ein schwacher Processus lateralis mandibulae benachbart sein.

Der nach kaudal abgehende und nach dorsal umbiegende Processus retroarticularis ist beim Geflügel besonders auffällig gestaltet. Zwischen ihm und dem Processus medialis mandibulae befindet sich eine flache Fossa caudalis, wohingegen bei der Gans und bei der Ente an dieser Stelle ein tiefer Recessus conicalis liegt.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.

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