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Kiefergelenk (Geflügel)

Synonym: Articulatio quadratomandibularis, Articulatio quadrato-mandibularis

1 Definition

Das Kiefergelenk beim Geflügel ist das Gelenk zwischen dem Os quadratum und der Mandibula.

2 Anatomie

Das Kiefergelenk ist ein Roll-Gleitgelenk und ermöglicht die Öffnung des Unterschnabels. Aus der Stellung des Os quadratum ergibt sich, ob

  • Ober- und Unterschnabel gleichzeitig geöffnet werden (gekoppelte Kinetik, Regelfall) oder ob
  • ein isolierter Bewegungsablauf von Oberschnabel oder Unterschnabel eintritt (ungekoppelte Kinetik).

2.1 Bandapparat

Um die Kopplung des Senkens des Unterschnabels und Hebens des Oberschnabels zu verstehen, ist die Kenntnis des Bandapparates am Schädel des Vogels notwendig:

Die aufgelisteten Bänder sorgen dafür, dass beim Senken des Unterschnabels die Mandibula gezwungenermaßen nach vorne geführt wird, wobei gleichzeitig das Os quadratum nach rostral gedreht wird. Dadurch können der Jochbogen (Arcus zygomaticus) und der Gaumenbogen (Arcus palatinus) den Oberschnabel heben.

Ein isoliertes Heben des Oberschnabels ist nur dann möglich, wenn diejenigen Bänder, die an der Mandibula ansetzen, erschlaffen. Daraus resultiert auch die Möglichkeit, dass der gesenkte Unterschnabel gehoben werden kann, ohne, dass der gehobene Oberschnabel gesenkt wird. Im Gegensatz dazu kann der Oberschnabel nur dann gesenkt werden, wenn gleichzeitig der gesenkte Unterschnabel gehoben wird.

2.2 Kiefermuskeln

Die Kiefermuskeln sind eine Gruppe von sieben Skelettmuskeln, die für die Bewegung des Schnabels verantwortlich sind. Innerhalb dieser Gruppe können die Muskeln anhand ihrer Funktion eingeteilt werden. Man unterscheidet:

Alle genannten Muskeln werden vom Nervus mandibularis motorisch innerviert. Einzige Ausnahme bildet der Musculus depressor mandibularis, der vom Nervus facialis versorgt wird.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.

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