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Low-Adenosine-Asystolie

Englisch: low adenosine syncope

1 Definition

Eine Low-Adenosine-Asystolie ist eine transiente Asystolie, die bei niedrigem Adenosin-Plasmaspiegel und herabgesetzter Expression des A2A-Adenosinrezeptors auftreten kann.[1] Die durch die Asystolie hervorgerufenen Synkopen werden zur Gruppe der nicht klassischen Reflexsynkopen gezählt.[2]

2 Hintergrund

Patienten mit beschriebenen Veränderungen des Adenosinstoffwechsels besitzen ein erhöhtes Risiko für Synkopen, die plötzlich ohne Prodromi bei normaler Herzfunktion und normalem EKG auftreten. Eine Gabe von Adenosin kann bei diesen Patienten eine transiente Asystolie auslösen.[3]

3 Elektrokardiogramm

Bei Patienten mit Synkopen ist zur ätiologischen Abklärung ein EKG indiziert. Dabei zeigen Patienten mit Low-Adenosine-Asystolie grundsätzlich ein physiologisches EKG (normaler Sinusrhythmus mit unverändertem PP-Intervall, PR-Intervall und schmalem QRS-Komplex). Plötzlich entsteht ein kompletter AV-Block. Während dieser asystolischen Phase bleibt die Sinusfrequenz und somit das PP-Intervall unverändert. Diese Form des paroxysmalen AV-Blocks wird auch als extrinsischer idiopathischer AV-Block (EI-AVB) bezeichnet und damit von zwei anderen Formen abgegrenzt:[4]

  • intrinsischer AV-Block (I-AVB) bei kardialer Synkope: Während der asystolischen Phase steigt die Sinusfrequenz an (PP-Intervall wird kürzer)
  • extrinsischer vagaler AV-Block (EV-AVB) bei der klassischen Reflexsynkope: Vor und während der asystolischen Phase wird die Sinusfrequenz zunehmend langsamer (PP-Intervall wird größer)

4 Therapie

Patienten mit Low-Adenosine-Asystolie erhalten in der Regel einen permanenten Herzschrittmacher.[5]

Alternativ kann der Adenosinrezeptor-Antagonist Theophyllin das Rezidivrisiko für Synkopen reduzieren. Weitere randomisierte kontrolliere Studien sind hierfür noch notwendig (Stand 2019).[6]

5 Quellen

  1. Brignole M et al. Efficacy of theophylline in patients affected by low adenosine syncope, Heart Rhythm. 2016 May;13(5):1151-1154, abgerufen am 25.08.2019
  2. ESC Pocket Guidelines 2018, abgerufen am 25.8.2018
  3. Sheldon RS et al. 2015 Heart Rhythm Society Expert Consensus Statement on the Diagnosis and Treatment of Postural Tachycardia Syndrome, Inappropriate Sinus Tachycardia, and Vasovagal Syncope, Heart Rhythm. 2015 Jun; 12(6): e41–e63, abgerufen am 25.08.2019
  4. Aste M, Brignole M. Syncope and paroxysmal atrioventricular block, J Arrhythm. 2017 Dec; 33(6): 562–567, abgerufen am 25.08.2019
  5. Brignole M et al. Mechanism of syncope without prodromes with normal heart and normal electrocardiogram, Heart Rhythm. 2017 Feb;14(2):234-239, abgerufen am 25.08.2019
  6. Brignole M et al. Syncope due to idiopathic paroxysmal atrioventricular block: long-term follow-up of a distinct form of atrioventricular block, J Am Coll Cardiol. 2011 Jul 5;58(2):167-73, abgerufen am 25.08.2019

Tags:

Fachgebiete: Kardiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 25. August 2019 um 14:58 Uhr bearbeitet.

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