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Leitungsaberranz

1 Definition

Die Leitungsaberranz (aberrant bedeutet in etwa „falsch verlaufend“ und setzt sich aus den lateinischen „ab=weg“ und „errare=irren“ zusammen) bezeichnet hier die Tatsache, dass bei Vorhofflimmern oder Vorhofflattern manchmal einige Kammerkomplex (QRS-Komplexe) verbreitert bzw. verformt sind.

2 Erläuterung

Das ist im Grunde ungewöhnlich, da die Erregung ja von Supraventrikulär kommt und entsprechend normale QRS-Komplexe zu erwarten sind. Diese normal breiten und normal konfigurierten QRS-Komplexe sind beim Vorhofflimmern oder Vorhofflattern eigentlich auch der Standard, da die Erregung ab dem AV-Knoten den regelhaften Weg nimmt und entsprechend die Kammererregung normal verläuft.

Der Grund für die Leitungsaberranz ist in der Tatsache zu suchen, dass einige der übergeleiteten Impulse auf Bereiche des Reizleitungssystems treffen, welche noch refraktär oder teilrefraktär sind, sprich die noch nicht regelhaft wiedererregt werden können.

Die Erregung des Kammermyokards verläuft dann quasi über Umwege, was zu den deformierten und/oder verbreiterten QRS-Komplexen im EKG führt.

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