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Heterakis gallinarum

von altgriechisch: heteros - anders, verschieden; akis - Spitze

1 Definition

Heterakis gallinarum ist ein Nematode (Rundwurm) der Familie Heterakidae und Erreger der Heterakiose.

2 Taxonomie

3 Erreger

Die Männchen sind zwischen 6 und 13 mm, die Weibchen zwischen 9 und 15 mm lang. Der Ösophagus ist mit einem Bulbus ausgestattet. Die adulten Parasiten besitzen lange Lateralflügel. Das Hinterende läuft bei beiden Geschlechtern mit einer feinen Spitze aus. Die Männchen besitzen zusätzlich noch Kaudalflügel und einen präkloakalen Saugnapf.

Die Eier sind 65 bis 80 x 35 bis 45 µm groß, dunkel, dickschalig und glatt.

4 Vorkommen

Heterakis gallinarum ist weltweit in den Caeca vieler Nutz- und Wildvögel (Ordnung Hühnervögel) verbreitet.

5 Entwicklung

Die adulten Parasiten leben in den Caeca, selten im hinteren Dünndarm oder auch im Dickdarm. Nachdem die Weibchen etliche Eier abgelegt haben, gehen diese mit den Fäzes ab, um sich im Freien bei 25 bis 27 °C in etwa 2 Wochen zur Drittlarve (L3) weiter zu entwickeln. Niedrigere Außentemperaturen führen zu einer verzögerten Entwicklung.

Nachdem geeignete Endwirte die infektiösen Drittlarven peroral aufgenommen haben, wandern diese in die Caeca ein. Dort werden sie nach einer kurzen histotropen Phase geschlechtsreif. Je nach Wirtsart und Alter des Tieres beträgt die Präpatenz zwischen 24 und 34 Tage.

In die Entwicklung können auch Regenwürmer als paratenische Wirte eingeschaltet sein. In diesen können die Larven mehrere Jahre lang überleben. Da die larvenhaltigen Eier langlebig sind, bleiben sie unter günstigen Bedingungen im Freien bis zu 9 Monate lang infektiös (können auch den Winter überdauern).

Als Überträger von Histomonas meleagridis bekommt Heterakis gallinarum eine besondere veterinärmedizinische Bedeutung.

6 Epidemiologie

In Deutschland konnten bei Bodenhaltung und bei Freilandhaltung in 25 % der untersuchten Hühner Heterakis gallinarum nachgewiesen werden.

7 Klinik

Ein schwerer Befall mit Heterakis gallinarum führt bei Hühnern zu einer Typhilitis mit Hämorrhagien und Knötchenbildung in der Schleimhaut. Zusätzlich treten Inappetenz und Diarrhö auf, die zu einer Beeinträchtigung der Mast- und Legeleistung führen.

Fasane zeigen besonders ausgeprägte Krankheitserscheinungen.

8 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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