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Handwurzelgelenk (Geflügel)

Synonyme: Articulationes carpi, Juncturae carpi

1 Definition

Als Handwurzelgelenk bezeichnet man ein mehrteiliges Gelenk am distalen Flügel des Geflügels.

2 Anatomie

2.1 Knochen

An der Bewegung des Handwurzelgelenks sind fünf Knochen beteiligt:

2.2 Gelenke

Funktionell können zwei Gelenketagen unterschieden werden. In der proximalen Etage artikulieren die beiden Unterarmknochen (Ossa antebrachii) - ohne selbst untereinander synovial verbunden zu sein - mit je einem der Karpalknochen (Ossa carpi). In der distalen Etage bilden beide Karpalknochen zusammen eine gemeinsame Gelenkpfanne (Cavitas glenoidalis) für den Carpometacarpeus. Man unterscheidet folgende Einzelgelenke:

  • Articulatio radiocarpalis: Radius und Os carpi radiale sind relativ eng miteinander verbunden, sodass der Radius das Os carpi radiale bei der Streckung nach proximal holt und bei der Beugung nach distal schiebt.
  • Articulatio ulnocarpalis: Die Ulna rollt über die Gelenkfläche des Os carpi ulnare (Facies articularis ulnaris).
  • Articulatio intercarpalis: Gelenk zwischen beiden Karpalknochen; ist mit einem Meniscus intercarpalis ausgestattet.
  • Articulatio carpo-carpometacarpalis: Die beiden distalen Gelenkflächen der Karpalknochen bilden eine gemeinsame Gelenkpfanne, um die abgerundete proximale Gelenkfacette des Carpometacarpus gelenkig aufzunehmen. In diesem Gelenk sind Streck- und Beugebewegungen möglich. Im letzten Abschnitt des Streckungsvorganges wird die Mittelhand leicht proniert, sodass die ersten Handschwingen (Remiges primarii) fest von unten gegen die ersten Armschwingen (Remiges secundarii) gedrückt werden.

2.3 Bänder

Durch einen komplexen Bandapparat wird das Handwurzelgelenk in der Stabilität gesichert. Die einzelnen Bänder verkehren dabei zwischen allen beteiligten Knochen.

Die Articulatio ulnocarpalis wird durch folgende Bänder gesichert:

  • Ligamentum ulno-culnocarpale distale
  • Ligamentum ulno-radiocarpale ventrale
  • Ligamentum ulno-radiocarpale interosseum
  • Ligamentum ulno-metacarpale ventrale

Die Articulatio radiocarpalis wird durch folgende Bänder gesichert:

  • Ligamentum radio-radiocarpale craniale
  • Ligamentum radio-radiocarpale ventrale
  • Ligamentum radio-radiocarpale dorsale

Die Articulatio carpo-carpometacarpalis wird durch folgende Bänder gesichert:

  • Ligamentum radiocarpo-metacarpale craniale
  • Ligamentum radiocarpo-metacarpale dorsale
  • Ligamentum radiocarpo-metacarpale ventrale
  • Ligamentum ulnocarpo-metacarpale ventrale
  • Ligamentum ulnocarpo-metacarpale dorsale

Die Articulatio intercarpalis wird vom Ligamentum menisco-metacarpale überspannt.

2.4 Faszie

Zusätzlich zieht eine tiefe Faszie (Aponeurosis ventralis) vom distalen Ende des Radius auf die Ventralseite des Karpus und Metakarpus. Diese Faszie bildet in ihrem proximalen Abschnitt eine Haltevorrichtung für die Beugemuskeln bzw. ihre Sehne (Retinaculum flexorum) und spaltet sich in ihrem distalen Abschnitt in zwei Blätter auf. Die Faszie setzt letztendlich am Os carpi ulnare und Os metacarpale manus an (Aponeurosis ulnocarporemigialis) und entlässt dabei Abzweigungen (Digitationes remigiales) an die Federfollikel der proximalen Handschwingen.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.
  • King, Anthony S. et al. Handbook of Avian Anatomy: Nomina Anatomica Avium. Second Edition. Cambridge, Massachusetts. Published by the Club, 1993.

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