Femurnagel
Definition
Ein Femurnagel ist ein Marknagel zur operativen Stabilisierung von Femurfrakturen.
Einsatzgebiet
Die intramedulläre Nagelosteosynthese ist der Therapiestandard bei instabilen und dislozierten Femurfrakturen, da sie eine biomechanisch günstige Lastverteilung entlang der Knochenachse ermöglicht. Femurnägel werden u.a. eingesetzt bei:
- diaphysären Femurfrakturen
- instabilen Mehrfragmentfrakturen
- Frakturen nach Hochrasanztrauma
Einteilung
Antegrader Femurnagel
Beim antegraden Femurnagel erfolgt der Zugang über den proximalen Femur, meist über den Trochanter major oder die Fossa piriformis. Nach Einführung des Nagels erfolgt die proximale und distale Verriegelung mittels Schrauben.
Retrograder Femurnagel
Hier erfolgt die Einbringung des Nagels von distal über das Kniegelenk. Diese Form wird bei distalen Femurfrakturen verwendet. Sie ist bei einem Polytrauma oder bei adipösen Patienten von Vorteil und ermöglicht auch eine Versorgung bei bereits bestehender Hüftprothese.
Varianten
Komplikationen
- Fehlrotation
- Pseudarthrose
- Infektion
- Implantatversagen
- Fettembolie (selten)