Proximaler Femurnagel
Definition
Der proximale Femurnagel, kurz PFN, ist ein spezieller Femurnagel zur operativen Versorgung proximaler Femurfrakturen, insbesondere im trochantären und subtrochantären Bereich.
Hintergrund
Zur Verbesserung der Stabilität und zur Reduktion von Implantatversagen wurden intramedulläre Systeme entwickelt, die eine lasttragende Fixation proximaler Femurfrakturen erlauben und eine frühfunktionelle Mobilisation ermöglichen.
Aufbau
Der proximale Femurnagel besitzt einen verstärkten proximalen Abschnitt mit Aufnahmevorrichtungen für eine oder mehrere Schenkelhalsschrauben oder -bolzen sowie eine distale Verriegelungsmöglichkeit.
Indikationen
- pertrochantäre Femurfrakturen
- subtrochantäre Femurfrakturen
- ausgewählte proximale Mehrfragmentfrakturen
Vorteile
- hohe Belastungsstabilität
- minimalinvasive Implantation
- frühe Voll- oder Teilbelastung möglich
Abgrenzung
Der proximale Femurnagel unterscheidet sich vom klassischen Femurschaftnagel durch seine spezifische proximale Geometrie zur Kraftübertragung im Hüftbereich.
Zur Versorgung pertrochantärer Frakturen wird alternativ häufig auch ein Gamma-Nagel verwendet. Dieser stabilisiert die Fraktur über eine rotationsstabile Schenkelhalsschraube und einen intramedullären, im Femurschaft liegenden Kraftträger. Der PFN besitzt ein ähnliches intramedulläres Prinzip, ergänzt jedoch zusätzlich eine proximal stabilisierende Antirotationsschraube zur verbesserten Rotationskontrolle.
Literatur
- Platz et al.: Komplikationen nach PFNA: erkennen und vermeiden, 2017, universmed.com, zuletzt abgerufen am 11.02.2026