Excimer-Laser
Definition
Ein Excimer-Laser ist ein UV-Gaslaser, der auf kurzlebigen angeregten Molekülverbindungen (Excimeren) basiert. Er ermöglicht einen hochpräzisen Gewebeabtrag mit minimaler thermischer Schädigung. In der Augenheilkunde ist er die zentrale Grundlage der refraktiven Hornhautchirurgie.
Hintergrund
Der Begriff "Excimer“ leitet sich von "excited dimer" ab. Excimere bestehen aus einem Edelgas (z.B. Argon) und einem Halogen (z.B. Fluor), die nur im angeregten Zustand stabil sind. Beim Zerfall des angeregten Moleküls wird energiereiche UV-Strahlung emittiert.
Klinisch wird nahezu ausschließlich der Argon-Fluorid-Excimer-Laser mit 193 nm Wellenlänge verwendet.
Wirkprinzip
Die 193-nm-Strahlung wird im Hornhautgewebe in den obersten Mikrometern nahezu vollständig absorbiert. Die Energie führt zur direkten Spaltung molekularer Bindungen (Photoablation), ohne relevante Wärmeausbreitung in tiefere Gewebeschichten. Pro Laserpuls werden etwa 0,2–0,3 µm Gewebe abgetragen, was eine hochpräzise, schichtweise Formveränderung der Hornhaut erlaubt.
Anwendung
- Photorefraktive Keratektomie (PRK)
- LASIK/Femto-LASIK (Ablation im Stromabett)
- LASEK/Epi-LASIK
- Therapeutische Keratektomie (z.B. bei oberflächlichen Narben oder Dystrophien)