Echozeit
Englisch: echo time
Definition
Die Echozeit, kurz TE, ist in der Magnetresonanztomographie (MRT) die Zeitspanne zwischen der Anregung durch einen Hochfrequenzpuls und dem Zeitpunkt des Maximums des gemessenen MR-Signals (Echo). Sie ist ein zentraler Sequenzparameter und bestimmt maßgeblich den Einfluss der T2-Relaxation bzw. T2*-Relaxation auf den Bildkontrast.
Physikalische Grundlagen
Nach der Anregung durch einen Hochfrequenzpuls entsteht eine Transversalmagnetisierung, die im Verlauf durch Dephasierung abnimmt. Das MR-Signal wird typischerweise nicht unmittelbar nach der Anregung gemessen, sondern zu einem definierten Zeitpunkt, an dem ein Echo entsteht. Die Echozeit gibt somit an, wie lange die Transversalmagnetisierung bis zur Signalaufnahme zerfallen konnte:
- kurze TE: geringe Dephasierung
- lange TE: ausgeprägte Dephasierung
Einfluss auf den Bildkontrast
Die Echozeit ist der entscheidende Parameter für die T2-Gewichtung:
- kurze TE: geringe T2-Abhängigkeit (z.B. Protonendichte-Gewichtung)
- lange TE: starke T2-Gewichtung
Gewebe mit langer T2-Relaxationszeit behalten bei langen TE mehr Signal und erscheinen signalreich (hell), während Gewebe mit kurzer T2 signalarm werden. In Gradientenecho-Sequenzen bestimmt die TE den Einfluss der T2*-Relaxation.
Sequenzabhängigkeit
Die genaue Bedeutung der Echozeit hängt vom Sequenztyp ab:
- Spin-Echo-Sequenz: Echo entsteht durch Rephasierung mittels 180°-Puls → T2-gewichtetes Signal
- Gradientenecho-Sequenz: Echo entsteht durch Gradientenumschaltung → T2*-gewichtetes Signal
Zusammenhang mit weiteren Parametern
Die Echozeit wirkt gemeinsam mit anderen Sequenzparametern auf den Bildkontrast:
- Repetitionszeit (TR): bestimmt T1-Einfluss
- Inversionszeit (TI): relevant für Inversion-Recovery