Early Allograft Dysfunction
Synonyme: Frühe Transplantatdysfunktion
Definition
Die Early Allograft Dysfunction, kurz EAD, bezeichnet in der Lebertransplantation eine frühe Funktionsstörung des Transplantats innerhalb der ersten sieben postoperativen Tage, ohne vollständiges Transplantatversagen.
Hintergrund
Die EAD ist meist Ausdruck eines Ischämie-Reperfusionsschadens. Weitere Einflussfaktoren sind verlängerte Ischämiezeiten, marginale Spenderorgane, Steatose sowie hämodynamische Instabilität während der Transplantation. Auch immunologische und mikrovaskuläre Prozesse können eine Rolle spielen.
Die EAD ist mit einer erhöhten Morbidität und einem verlängerten intensivmedizinischen Verlauf assoziiert. Sie ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung eines primären Transplantatversagens, jedoch im Gegensatz dazu häufig reversibel.
Die frühzeitige Identifikation ermöglicht eine engmaschige Überwachung und optimierte supportive Therapie.
Kriterien
Die gebräuchlichste Definition basiert auf klinisch-laborchemischen Kriterien innerhalb der ersten 7 Tage nach Transplantation. Eine EAD liegt vor, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
- Bilirubin ≥ 10 mg/dl am Tag 7
- INR ≥ 1,6 am Tag 7
- AST oder ALT > 2.000 IU/l innerhalb der ersten 7 Tage
Diese Parameter reflektieren eine gestörte Syntheseleistung und hepatozelluläre Schädigung.