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Cochlea (Veterinärmedizin)

Synonyme: Schnecke, Hörschnecke, Ohrschnecke

1 Definition

Als Cochlea bezeichnet man in der Veterinärmedizin einen Teil des knöchernen Labyrinths (Labyrinthus osseus) im Innenohr (Auris interna), welcher der Form eines Schneckengehäuses ähnelt.

2 Anatomie

Die Cochlea ist ein spiraliger Knochenkanal, der ventrolateral im Vorhof (Vestibulum labyrinthi) beginnt und sich um die Schneckenspindel (Modiolus) windet. Diese ist eine zierliche Säule aus spongiöser Knochensubstanz. Sie bildet die Achse des spiraligen, knöchernen Schneckengangs (Canalis spiralis cochleae).

Der Schneckengang reicht bis zur Schneckenspitze (Cupula cochleae). Die Basis des Schneckengangs ist bei den Haussäugetieren dorsomedial und etwas nach kaudal orientiert. Beim Fleischfresser ist die Spindel hoch und schmal, beim Schaf und Pferd hingegen eher kurz und breit. Beim Schwein, beim Rind und bei der Ziege nimmt sie eine Mittelstellung ein.

Die Außenwand der Schnecke wird durch einen Teil der Knochenmasse des Felsenbeins (Pars petrosa ossis temporalis) gebildet. Die Schnecke bildet je nach Tierart eineinviertel bis fast vier Windungen aus, die durch knöcherne Zwischenwände voneinander getrennt sind.

Ausgehend von der Schneckenspindel ragt eine dünne, spiralig verlaufende Knochenlamelle (Lamina spiralis ossea) in den Schneckengang vor. Diese Lamelle hat ihren Ursprung zwischen Vorhof- und Schneckenfenster und wird zur Spindelspitze hin immer schmaler. Durch die Lamina spiralis ossea wird der Hohlraum des Canalis spiralis cochlea in zwei Treppengänge unterteilt, die an der Außenwand und an der Cupula cochleae miteinander in Verbindung stehen:

Die Scala vestibuli liegt dabei oberhalb und die Scala tympani unterhalb der Lamina spiralis ossea.

An der Spitze des Modiolus gehen die beiden Treppengänge in einem kleinen, trichterförmigen Hohlraum ineinander über (Helicotrema). Dieser Hohlraum weist eine elliptische Gestalt auf und bildet die kuppelartige Schneckenspitze.

3 Sinnesorgan

In der Schneckenspindel befinden sich feine Knochenkanälchen, wobei insbesondere der Canalis spiralis modioli von besonderer Bedeutung ist. Er enthält das Ganglion spirale cochleae, dessen bipolare Nervenzellen ihre peripheren Fortsätze zum Corti-Organ entsenden. Ihre zentralen Axone werden als Fasern des Nervus cochlearis entsendet.

4 Quellen

  • Nickel R, Schummer A, Seiferle E. 2003. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere, Band IV: Nervensystem. 4., unveränderte Auflage. Stuttgart: Parey in MSV Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-4150-2
  • Salomon FV, Geyer H, Uwe G. 2008. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1075-1

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Fachgebiete: Anatomie, Veterinärmedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 27. September 2021 um 11:22 Uhr bearbeitet.

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