Braid-like-Zeichen
Englisch: braid-like sign
Definition
Das Braid-like-Zeichen ist ein selten beschriebenes radiologisches Zeichen in der Magnetresonanztomographie (MRT) des Rückenmarks. Es beschreibt eine ventrale, longitudinale Kontrastmittelanreicherung in geflechtartiger („zopfartiger“) Konfiguration, die in Einzelfällen bei Sarkoidose-assoziierter Myelopathie im Rahmen einer Neurosarkoidose vorkommt.
Hintergrund
Bei spinaler Neurosarkoidose ist dorsale (posteriore) subpiale Kontrastmittelanreicherung das häufigste Anreicherungsmuster (65% der Fälle), während eine ventrale subpiale Anreicherung deutlich seltener auftritt (19% der Fälle).
Das Braid-like-Zeichen wurde bislang nur im Rahmen einer Myelitis bei Neurosarkoidose beschrieben und kommt in der Praxis selten vor. Bisher (2026) handelt es sich um kein etabliertes diagnostisches Zeichen. Pathophysiologisch wird eine entzündliche Beteiligung der Pia mater und der subpialen Gefäße diskutiert, möglicherweise im Sinne einer granulomatösen Vaskulitis. Das Kontrastmittelmuster ist dabei unterbrochen und zeigt abschnittsweise betroffene und ausgesparte Segmente entlang der segmentalen Gefäßversorgung des ventralen Rückenmarks – dadurch entsteht die charakteristische geflechtartige Konfiguration.[1]
Quellen
- ↑ Boban J, Thurnher MM. Ventral-subpial enhancement in spinal cord sarcoidosis A braid-like sign. Neurology Clinical/Scientific Notes. 2019