Blanking-Periode
Synonym: Ausblendungsphase
Definition
Die Blanking-Periode bezeichnet in der Rhythmologie ein Zeitintervall nach Katheterablation von Herzrhythmusstörungen, in dem neu auftretende Arrhythmien nicht als prozedurales Versagen gewertet werden. Der Begriff wird vor allem im Kontext der Ablation von Vorhofflimmern verwendet. Die Dauer wird in Wochen oder Monaten angegeben.
Hintergrund
Nach Katheterablation treten häufig frühe atriale Tachyarrhythmien auf. Mögliche Ursachen sind inflammatorische Reaktionen, Gewebeödeme und/oder eine Remodellierung im Ablationsareal. Frühe Rezidive spiegeln nicht zwingend ein persistierendes arrhythmogenes Substrat wider. Zur Abgrenzung transienter postprozeduraler Arrhythmien von dauerhaftem Ablationsversagen wurde eine Wartephase eingeführt.
Nach Ablation des Vorhofflimmerns beträgt die Blanking-Periode meist drei Monate. Sie basiert auf Expertenkonsens und Studiendefinitionen. Eine Verkürzung des Zeitraums wird diskutiert. Treten innerhalb der Blanking-Periode Arrythmien auf, erfolgt meist keine erneute Ablation. Tachyarrhythmien nach Ablauf der Periode sprechen für ein relevantes Ablationsdefizit.
Abgrenzung
Die Blanking-Periode nach Katheterablation ist von der geräteinternen Blanking-Periode implantierbarer Schrittmacher oder ICD-Systeme zu unterscheiden. Dort bezeichnet sie ein technisches Detektionsintervall nach Stimulusabgabe.
Literatur
- Schlimpert, Nach Vorhofflimmern-Ablation: Blanking-Periode sollte kürzer sein, Springer-Verlag
- Wieczorek, Kursbuch Kardiologische Elektrophysiologie, Thieme-Verlag
- Iden et al., Invasive Elektrophysiologie für Einsteiger, Springer-Verlag
- Hoffmann et al., Interventionelle kardiale Elektrophysiologie – Praxis-Lehrbuch, Springer-Verlag