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Axotomie

von griechisch: ἀνατέμνειν ("anatemnein") - trennen, zerschneiden
Englisch: axotomy

1 Definition

Als Axotomie bezeichnet man die absichtliche, gezielte Durchtrennung eines Nervenzellfortsatzes (Axon) bzw. eines Nervens. Dieser Eingriff wird in der Neurophysiologie zu experimentellen Zwecken vorgenommen.

2 Nomenklatur

Im Gegensatz zur absichtlichen Durchtrennung wird die ungewollte, traumatische Kontinuitätsunterbrechung eines Axons als Axonotmesis (bei erhaltenen Hüllstrukturen) oder Neurotmesis (bei durchtrennten Hüllstrukturen) bezeichnet.

3 Hintergrund

Die Axotomie dient zum Beispiel der Klärung neuronaler Zusammenhänge oder der Untersuchung der Regenerationsfähigkeit des Nervensystems. Nach einer Axotomie kann es zu folgenden Veränderungen kommen:

  • Anterograde Degeneration: Der unversorgte Axonabschnitts distal der Durchtrennungsstelle stirbt ab (Waller-Degeneration).
  • Retrograde Degeneration: Der Axonabschnitt, der proximal der Durchtrennungsstelle liegt, kann ebenfalls teilweise degenerieren. Ggf. kann auch der Zellkörper (Soma) betroffen sein und die gesamte Nervenzelle absterben.
  • Anterograde transneuronale Degeneration: Atrophie der nachgeschalteten Zielzelle des durchtrennten Neurons.
  • Retrograde transneuronale Degeneration: Atrophie der vorgeschalteten Zelle des durchtrennten Neurons.

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Fachgebiete: Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Oktober 2020 um 20:56 Uhr bearbeitet.

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