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Anaklitische Depression

von altgriechisch: ανακλίνειν ("anaklinein") - sich anlehnen
Synonyme: abhängige Depression
Englisch: anaclitic depression

1 Definition

Die anaklitische Depression ist eine Sonderform der Depression, die durch anhaltende Verlustängste charakterisiert ist. Der Begriff wird vor allem im Rahmen der Kinder- und Jugendpsychiatrie verwendet, bei einem ähnlichen Symptombild im Erwachsenenalter wird die Bezeichnung Anpassungsstörung oder Trauerreaktion präferiert.

Die anaklitische Depression kann keiner ICD-10-Klasse zugeordnet werden.

2 Ätiologie

Das Störungsbild tritt typischerweise in Folge einer andauernden Trennung des Säuglings bzw. Kleinkindes von seiner Bezugsperson zwischen dem 6. und 24. Lebensmonats auf. Im Verlauf der ersten sechs Lebensmonate baut der Säugling eine sichere Beziehung zu seiner Bezugsperson auf. Die Objektkonstanz entwickelt sich jedoch erst nach dem vollendeten 2. Lebensjahr. Diese zwei Entwicklungsschritte scheinen die sensible Phase für die Krankheitsentstehung zu begrenzen.

3 Symptome

4 Diagnose

Die Diagnose wird basierend auf der Anamnese und den klinischen Symptomen gestellt. Zum Ausschluss einer organischen Ursache können u.a. Laboruntersuchungen (z.B. Blutbild) sowie eine zerebrale Bildgebung mittels CT oder MRT durchgeführt werden.

5 Therapie

Zur Behandlung einer anaklitischen Depression wird vor allem auf psychotherapeutische Maßnahmen zurückgegriffen. Dabei eignen sich u.a. die Familien- und Spieltherapie, außerdem spielt die Psychoedukation eine maßgebliche Rolle. Medikamentöse Behandlungen mit Antidepressiva finden nur selten Anwendung.

6 Prognose

Die Krankheitsentwicklung nach Therapiebeginn hängt deutlich davon ab, ob die Bezugsperson zurückkehrt und die Beziehung wiederhergestellt werden kann.

7 Quellen

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Fachgebiete: Psychiatrie, Psychologie

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Januar 2022 um 16:31 Uhr bearbeitet.

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