Akquieszenz
Definition
Akquieszenz bezeichnet in der Medizin und Psychologie die Neigung einer Person (bspw. eines Patienten oder Probanden), Aussagen, Vorschlägen oder Maßnahmen zustimmend zu begegnen, ohne diese kritisch zu prüfen oder inhaltlich vollständig zu erfassen.
Hintergrund
Der Begriff wird im klinischen Alltag und in der Psychopathologie verwendet, wenn Patienten Anweisungen oder Erklärungen widerspruchslos annehmen. Dieses Verhalten kann aus Unsicherheit, Autoritätsgläubigkeit, Angst oder kognitiver Überforderung entstehen.
Klinische Relevanz
Akquieszenz spielt eine Rolle im Aufklärungsgespräch und bei Einwilligungen. Eine formale Zustimmung kann vorliegen, obwohl das Verständnis der Inhalte unzureichend ist. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, ängstliche Patienten oder Personen mit kognitiven Einschränkungen.
Forschung
In der psychologischen Forschung bezeichnet Akquieszenz auch eine Antworttendenz in Fragebögen. Probanden neigen dabei dazu, Aussagen unabhängig vom Inhalt eher zu bejahen („Ja-Sage-Tendenz“). Diese Verzerrung kann Studienergebnisse verfälschen und wird durch spezielle Fragebogengestaltung (z. B. umgepolte Items) berücksichtigt.