Hauttransplantation
Englisch: skin graft, skin transplantation
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1 Definition [bearbeiten]
Die Hauttransplantation ist eine Basistechnik und eine der am häufigsten vorkommenden Methoden der plastischen Chirurgie. Sie stellt eine wenig belastende Methode der Defektdeckung mit dem Ersatz zerstörter Haut dar. Die Hauttransplantation ist indiziert bei oberflächlichen und ausgedehnten Defekten, die nicht durch Adaptation der Wundränder geschlossen werden können und nicht mit herkömmlichen Techniken zu heilen sind (z.B. Verbrennungen).
2 Bedingungen [bearbeiten]
Die Wahl des Hauttransplantates hängt von der Größe und Beschaffenheit (z.B. der Durchblutung) des Defekts ab. Optimale Bedingungen für eine Hauttransplantation sind bei einem Wundgrund mit guter Durchblutung, geringer Sekretion und ebenmäßiger Struktur gegeben. Als Empfängerbett (Transplantatlager) eignen sich besonders Muskeln, Granulationsgewebe und Periost. Weniger gut geeignete Areale stellen Fettgewebe, Knorpel oder Sehnen dar. Das ästhetische Ergebnis ist dabei umso besser, je näher das Spenderareal am Empfängerareal liegt.
3 Transplantatarten [bearbeiten]
3.1 Vollhauttransplantate [bearbeiten]
- bestehen aus autologer körpereigener Haut mit Epidermalstrukturen, wie Haarfollikel und Schweißdrüsen (Dermis in ganzer Dicke)
- sind 0,8-1,1 mm dick
- nur kleinere Hautareale transplantierbar (durch die Vollhautentnahme entstandene Wunde muss durch Wundrandadaptation verschlossen werden)
- kommen vor allem bei mechanisch und motorisch belasteten Defekten (Hand, Fuß, Gesicht- und Halsregion) zum Einsatz
- eingeheilte Transplantate bieten funktionell und ästhetisch gute Hautqualität (behält ursprüngliche Farbe, schrumpft nur wenig)
3.1.1 Technik [bearbeiten]
Das Hauttransplantat wird mit Hilfe einer Schablone markiert, entnommen und komplett entfettet. Es ist nun vorübergehend vollständig von der Durchblutung getrennt. In der Empfängerregion wird das Transplantat in die Wundränder eingenäht und mit einem Kompressen-Schaumstoffverband für 5 Tage fixiert. Das Transplantat wird durch Diffusion aus dem Plasma vorübergehend ernährt. Nach 48 Stunden sprossen erste Kapillaren aus und die Ausbildung einer Blutzirkulation beginnt.
3.2 Spalthauttransplantate [bearbeiten]
- können in unterschiedlicher Dicke entnommen werden.
- 0,25-0,75mm dick
- Spenderareal kann zwei oder dreimal benutzt werden
- werden mit speziellen Messern entnommen (Humby-Messer, Trommeldermatom nach Padgett, druck- oder strombetriebenees oszillierendes Messer nach Brown)
- beinhalten keine Epidermalstrukturen (Stratum basale wird belassen)
- wird hautsächlich bei schlechter durchbluteten, nicht infektfreien Defekten verwendet
- im Spenderareal verbleibende Hautschicht heilt spontan (2-3 Wochen)
- nahezu unbegrenzte Mengen von der ganzen Körperoberfläche transplantierbar
- Verwendung bei größeren Arealen, Verbrennungen, vorübergehend zur schnellen Wundheilung, Sofortdeckung nach Entfernung von Melanomen
3.2.1 Technik [bearbeiten]
Das Transplantat wird mit dem Dermatom entnommen. Danach erfolgt die Blutstillung des Spendeareals mit adstringierenden (zusammenziehenden) Substanzen. Die Spendestelle wird verbunden. Das Hauttransplantat wird aufgespannt und oder mit Gewebekleber oder [Wickelverband|Wickelverbänden]] fixiert.
3.3 Maschentransplantat (Meshgraft) [bearbeiten]
- Spalthaut, die maschinell durch kleine Einschnitte (sog. Stichinzisionen) in ein Netz umgewandelt wird (engl. Meshgraft).
- etwa das Dreifache der ursprünglichen Fläche kann gedeckt werden
- Einsatz bei besonders großflächigen Verbrennungen mit begrenztem Angebot von Haut, Wunden mit unregelmäßigem, sezernierendem Wundgrund
3.4 weitere Arten der Hauttransplantation [bearbeiten]
Eine weitere Unterteilung ist nach Eigentransplantat (autolog) oder Fremdtransplantat (allogen) möglich. Ebenso kann eine Unterteilung in biologische Hauttransplantate oder artifizielle Hauttransplantate getroffen werden.
4 Komplikationen der Transplantatheilung [bearbeiten]
- unzureichende Fixierung
- Unterblutung
- starke Sekretion
- Wundinfektion (vorwiegend Streptococcus pyogenes)
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