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==Definition==
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'''Anandamid''' ist eine [[endogen]]e [[Substanz]], genauer ein [[Endocannabinoid]], das als [[Ethanolaminderivat]] der [[Arachidonsäure]] in großen Mengen im [[Zentralnervensystem]] nachzuweisen ist.
'''Anandamid''' ist ein [[Endocannabinoid]], das als [[Ethanolaminderivat]] der [[Arachidonsäure]] in großen Mengen im [[Zentralnervensystem]] nachzuweisen ist.


==Chemie==
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==Wirkungsmechanismus==
==Wirkungsmechanismus==
* Bindung von Anandamid an [[Cannabinoid]]-Rezeptoren des ZNS. Hier kann es eine Bindungskonkurrenz mit THC entwickelt. Sehr hoch dosiert kann es THC aus seiner Bindung verdrängen.  
Anandamid bindet an [[TRPV1]] und [[Cannabinoid-Rezeptor]]en, in erster Linie als [[Partialagonist]] an CB-1. Hier kann es eine Bindungskonkurrenz mit [[THC]] entwickeln. Sehr hoch dosiert, verdrängt es THC aus seiner Bindung. Die Wirkungen von Anandamid ähneln denen des THC, darunter [[Antinozizeption]], [[Katalepsie]], [[Hypomotilität]], [[Hypothermie]] und Aktivierung der [[Hypothalamus-Hypophysen-Achse]]. Je nach untersuchtem Effekt fällt die Wirkung 4 bis 20 mal geringer aus als bei THC.
* Bindung ebenfalls an [[Vanilloid-TRPV1]]-Rezeptoren
* die genaue Wirkung von Anandamid ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Es gilt aber als sehr wahrscheinlich, dass es in allen [[Gehirn|Hirnarealen]] aktiv ist, die der Gedankenverarbeitung und Bewegungsplanung dienen.


==Theorie==
==Theorie==
Seitens britischer Forscher gibt es seit Frühling 2008 die Vermutung, das eine erhöhte [[Konzentration]] von Anandamid im [[Blut]] von [[schwanger]]en Frauen auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko einer [[Fehlgeburt]] hinweisen könnte. Auch hier existieren bisher allerdings keine wissenschaftlichen Beweise.
Seitens britischer Forscher gibt es seit Frühling 2008 die Vermutung, das eine erhöhte [[Konzentration]] von Anandamid im [[Blut]] von [[schwanger]]en Frauen auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko einer [[Fehlgeburt]] hinweisen könnte. Auch hier existieren bisher allerdings keine wissenschaftlichen Beweise.
[[Fachgebiet:Biochemie]]
[[Fachgebiet:Biochemie]]

Aktuelle Version vom 21. März 2024, 10:14 Uhr

Synonyme: Arachidonylethanolamid
Englisch: Anandamide

Definition

Anandamid ist ein Endocannabinoid, das als Ethanolaminderivat der Arachidonsäure in großen Mengen im Zentralnervensystem nachzuweisen ist.

Chemie

Die chemische Summenformel für Anandamid lautet:

  • C22H37NO2

Es handelt sich dabei um eine ölige, klare bis schwachgelbe Flüssigkeit. Sie ist gut in Ethanol löslich.

Erstbeschreibung

Die Entdeckung von Anandamid erfolgte im Jahr 1992 durch dem US-amerikanischen Pharmakologen William Anthony Devane und den tschechischen Chemiker Lumír Ondřej Hanuš.

Vorkommen

Neben dem ZNS in Wirbeltieren konnte die Substanz auch Kakao bzw. Schokolade nachgewiesen werden.

Wirkungsmechanismus

Anandamid bindet an TRPV1 und Cannabinoid-Rezeptoren, in erster Linie als Partialagonist an CB-1. Hier kann es eine Bindungskonkurrenz mit THC entwickeln. Sehr hoch dosiert, verdrängt es THC aus seiner Bindung. Die Wirkungen von Anandamid ähneln denen des THC, darunter Antinozizeption, Katalepsie, Hypomotilität, Hypothermie und Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Achse. Je nach untersuchtem Effekt fällt die Wirkung 4 bis 20 mal geringer aus als bei THC.

Theorie

Seitens britischer Forscher gibt es seit Frühling 2008 die Vermutung, das eine erhöhte Konzentration von Anandamid im Blut von schwangeren Frauen auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt hinweisen könnte. Auch hier existieren bisher allerdings keine wissenschaftlichen Beweise.