Atrium cordis sinistrum (Veterinärmedizin): Unterschied zwischen den Versionen
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Das Atrium cordis sinistrum nimmt das sauerstoffreiche Blut aus den [[Lungenvene (Veterinärmedizin)|Lungenvenen]] auf und entlässt es über die [[Mitralklappe (Veterinärmedizin)|Mitralklappe]] in den [[Ventriculus cordis | Das Atrium cordis sinistrum nimmt das sauerstoffreiche Blut aus den [[Lungenvene (Veterinärmedizin)|Lungenvenen]] auf und entlässt es über die [[Mitralklappe (Veterinärmedizin)|Mitralklappe]] in den [[Ventriculus cordis sinister (Veterinärmedizin)|linken Ventrikel]]. | ||
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Das Atrium cordis sinistrum ist deutlich weniger geräumig als der rechte Vorhof. Das dem linken Vorhof zugehörige [[Herzohr (Veterinärmedizin)|Herzohr]] (Auricula cordis sinistra) grenzt mit seinem eingekerbten Rand an den [[Truncus pulmonalis (Veterinärmedizin)|Truncus pulmonalis]]. | Das Atrium cordis sinistrum ist deutlich weniger geräumig als der rechte Vorhof. Das dem linken Vorhof zugehörige [[Herzohr (Veterinärmedizin)|Herzohr]] (Auricula cordis sinistra) grenzt mit seinem eingekerbten Rand an den [[Truncus pulmonalis (Veterinärmedizin)|Truncus pulmonalis]]. | ||
Der linke Vorhof nimmt das [[arteriell]]e Blut aus den Venae pulmonales auf. Diese münden über die [[Ostia venarum pulmonarum (Veterinärmedizin)|Ostia venarum pulmonarum]] in das Atrium cordis sinistrum. Ihre Zahl schwankt zwischen 5 bis 8, in den meisten Fällen sind es jedoch 7. Zwei Mündungsöffnungen fallen durch ihre größere Weite auf. Die variable Zahl der Pulmonalvenen kommt daher zustande, dass während der [[Ontogenese]] des [[Herz (Veterinärmedizin)|Herzens]] zunächst die aus der Rückwand des linken Atriums als | Der linke Vorhof nimmt das [[arteriell]]e Blut aus den Venae pulmonales auf. Diese münden über die [[Ostia venarum pulmonarum (Veterinärmedizin)|Ostia venarum pulmonarum]] in das Atrium cordis sinistrum. Ihre Zahl schwankt zwischen 5 bis 8, in den meisten Fällen sind es jedoch 7. Zwei Mündungsöffnungen fallen durch ihre größere Weite auf. Die variable Zahl der Pulmonalvenen kommt daher zustande, dass während der [[Ontogenese]] des [[Herz (Veterinärmedizin)|Herzens]] zunächst die aus der Rückwand des linken Atriums als [[Angioblast]]enstränge hervorgehenden zwei Venae pulmonales in den Vorhof zuerst einbezogen werden. Erst im weiteren Entwicklungsverlauf schließen sich die in wechselnder Zahl ausgebildeten Gefäßäste (der Venae pulmonales) dem Vorhof an. | ||
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Beim [[adult]]en Tier ist am [[Septum interatriale (Veterinärmedizin)|Septum interatriale]] der narbige Verschluss des [[Foramen ovale (Veterinärmedizin)|Foramen ovale]] durch die ehemalige [[Valvula foraminis ovalis (Veterinärmedizin)|Valvula foraminis ovalis]] erkennbar. Das Innenrelief des Atrium cordis sinistrum gleicht weitgehend den Verhältnissen im rechten Vorhof. Auch hier sind [[Musculi pectinati (Veterinärmedizin)|Musculi pectinati]] ausgebildet, sodass auch die zwischen ihnen gelegenen Wandabschnitte jenen des rechten Vorhofs ähneln. Demzufolge bleiben auch - ähnlich des [[Sinus venarum cavarum (Veterinärmedizin)|Sinus venarum cavarum]] - jene Bereiche des linken Vorhofs frei von Muskelbalken, in denen die Venae pulmonales einmünden. | |||
Die Wand des linken Vorhofs ist ebenso mit [[Venae cordis minimae (Veterinärmedizin)|Venae cordis minimae]] ausgestattet. | Die Wand des linken Vorhofs ist ebenso mit [[Venae cordis minimae (Veterinärmedizin)|Venae cordis minimae]] ausgestattet. |
Aktuelle Version vom 7. Februar 2021, 12:31 Uhr
Synonyme: Atrium sinistrum, linker Vorhof, linker Herzvorhof
Definition
Als Atrium cordis sinistrum bezeichnet man den linken Herzvorhof.
Anatomie
Das Atrium cordis sinistrum nimmt das sauerstoffreiche Blut aus den Lungenvenen auf und entlässt es über die Mitralklappe in den linken Ventrikel.
Zuflüsse
Das Atrium cordis sinistrum ist deutlich weniger geräumig als der rechte Vorhof. Das dem linken Vorhof zugehörige Herzohr (Auricula cordis sinistra) grenzt mit seinem eingekerbten Rand an den Truncus pulmonalis.
Der linke Vorhof nimmt das arterielle Blut aus den Venae pulmonales auf. Diese münden über die Ostia venarum pulmonarum in das Atrium cordis sinistrum. Ihre Zahl schwankt zwischen 5 bis 8, in den meisten Fällen sind es jedoch 7. Zwei Mündungsöffnungen fallen durch ihre größere Weite auf. Die variable Zahl der Pulmonalvenen kommt daher zustande, dass während der Ontogenese des Herzens zunächst die aus der Rückwand des linken Atriums als Angioblastenstränge hervorgehenden zwei Venae pulmonales in den Vorhof zuerst einbezogen werden. Erst im weiteren Entwicklungsverlauf schließen sich die in wechselnder Zahl ausgebildeten Gefäßäste (der Venae pulmonales) dem Vorhof an.
Innenarchitektur
Beim adulten Tier ist am Septum interatriale der narbige Verschluss des Foramen ovale durch die ehemalige Valvula foraminis ovalis erkennbar. Das Innenrelief des Atrium cordis sinistrum gleicht weitgehend den Verhältnissen im rechten Vorhof. Auch hier sind Musculi pectinati ausgebildet, sodass auch die zwischen ihnen gelegenen Wandabschnitte jenen des rechten Vorhofs ähneln. Demzufolge bleiben auch - ähnlich des Sinus venarum cavarum - jene Bereiche des linken Vorhofs frei von Muskelbalken, in denen die Venae pulmonales einmünden.
Die Wand des linken Vorhofs ist ebenso mit Venae cordis minimae ausgestattet.
Literatur
- Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band III: Kreislaufsystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.