Wilson-Score
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LoslegenSynonyme: Wilson-Risiko-Score, Wilson-Risk-Score, Wilson-Klassifikation
Englisch: Wilson score, Wilson risk sum score, Wilson's difficult intubation score
Definition
Der Wilson-Score ist ein Test aus der Anästhesie, mit dem anhand mehrerer Merkmale prognostiziert werden kann, ob ein Patient schwierig zu intubieren ist.[1]
Bestimmung
Beim Wilson-Score werden das Körpergewicht, die Beweglichkeit des Kopfes, des Halses und des Unterkiefers, das Vorhandensein und die Ausprägung eines "fliehenden Unterkiefers" (Retrognathie) und die Auffälligkeit der Schneidezähne beurteilt.
Zur Beurteilung der Kieferbeweglichkeit wird die Schneidekantendistanz (SKD) ermittelt. Dafür wird bei geöffnetem Mund die Distanz zwischen den Kanten der Schneidezähne von Ober- und Unterkiefer gemessen. Zusätzlich wird die Subluxation (SLux) des Kiefergelenks überprüft, indem bestimmt wird, wie weit der Patient den Unterkiefer vorschieben kann: Die Schneidezähne des Unterkiefers liegen dabei entweder vor denen des Oberkiefers (> 0), auf gleicher Höhe (0) oder die Bewegung ist nicht möglich (< 0).
Die einzelnen Merkmale werden in ihrer Ausprägung wie folgt mit Punkten bewertet:
| Parameter | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Gewicht | < 90 kg | 90–110 kg | > 110 kg |
| Kopf- und Halsbewegung | > 90° | ca. 90° | < 90° |
| Kieferbeweglichkeit | SKD ≥ 5 cm SLux > 0 |
SKD < 5 cm SLux = 0 |
SKD < 5 cm SLux < 0 |
| Retrognathie | normal | mäßig | stark |
| Vorstehende Schneidezähne | normal | mäßig | stark |
Rechner
Auswertung
Im besten Fall beträgt die Summe der vergebenen Punkte 0, im schlechtesten Fall 10. Bei Patienten mit einem Wilson-Score von 2 oder mehr ist mit einer schwierigen Intubation zu rechnen.[1]
Klinische Bedeutung
Der Wilson-Score wird in der Regel nicht isoliert, sondern im Rahmen einer kombinierten präoperativen Atemwegseinschätzung eingesetzt. Ein positiver Score weist eine hohe Spezifität (ca. 0,95) und eine positive Likelihood Ratio von etwa 9 auf.[2] Kein einzelnes klinisches Verfahren kann eine schwierige Intubation jedoch zuverlässig ausschließen; empfohlen wird daher ein multimodaler Ansatz aus mehreren Prädiktoren.[3]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Wilson ME, Spiegelhalter D, Robertson JA, Lesser P. Predicting difficult intubation. Br J Anaesth. 1988;61(2):211-216.
- ↑ Detsky ME et al. Will This Patient Be Difficult to Intubate? The Rational Clinical Examination Systematic Review. JAMA. 2019;321(5):493-503.
- ↑ Wang Z et al. Evaluation of preoperative difficult airway prediction methods for adult patients without obvious airway abnormalities: a systematic review and meta-analysis. BMC Anesthesiol. 2024;24(1):242.