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Wahrnehmungspsychologie

1 Definition

Die Wahrnehmungspsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie und analysiert den durch die Sinnesphysiologie nicht erklärbaren, subjektiven Anteil einer Wahrnehmung. Im Zentrum der Untersuchungen stehen Reize, die kaum oder überhaupt nicht physikalisch beschreibbar sind. Während ein laut hörbarer Knall als Wahrnehmung sowohl durch die Gesetze der Physik, als auch durch die Sinnesphysiologie eindeutig beschrieben werden kann, ist eine Wahrnehmung wie das Wiedererkennen einer Person oder die Entscheidung über Sympathie und Antipathie nicht durch die Wissenschaft erfassbar. Genau diesen Teil untersucht die Wahrnehmungspsychologie.

2 Beschreibung

Jedes Lebewesen auf der Welt nimmt über diverse Sinnesrezeptoren und Sinnesorgane permanent irgendwelche Reize aus der Umwelt wahr. Dabei besteht allerdings ein riesiger Unterschied zwischen dem, was aufgenommen wird und was das Individuum tatsächlich wahrnimmt. Beispielhaft ist die Situation vom ständig dahin fließenden Bach. Befindet sich eine Person über einen langen Zeitraum immer an dem Fließgewässer, nehmen die Sinnesorgane (in diesem Fall die Ohren) das Rauschen zwar permanent auf, die Wahrnehmung ändert sich aber mit der Zeit signifikant. Das Geräusch verliert mit zunehmender Zeitspanne der Exposition an Bedeutung und wird eben nicht mehr voll wahrgenommen. Weiterhin existiert eine ganze Reihe von Wahrnehmungstäuschungen. Besonders optische Täuschungen sind relativ häufig. Der Mensch sieht etwas, nimmt es aber vollkommen anders wahr, als sich das Objekt wirklich darstellt. Bevor die Wahrnehmungspsychologie mit ihrer interpretierenden Arbeit beginnt, beleuchtet sie zunächst die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Wahrnehmungsprozesses, wie Aufbau des Sinnesorgans, Funktion der Rezeptoren, neuronale Weiterleitung, etc.

3 Teildisziplinen

4 Der Wahrnehmungsprozess

  • Einteilung des Wahrnehmungsprozessen in drei Stufen: Empfinden, Organisieren und Einordnen
  • Empfindung kann beispielsweise die Vorgänge im Innenohr bei einer Schallempfindung, oder das Abbilden eines optischen Reizes auf der Retina sein
  • Organisation: Zusammensetzung der Faktoren des Sinneseindruckes zu einem logischen Zusammenhang
  • Einordnen: Den empfangenen Sinneseindrücken wird eine übergeordnete Bedeutung zugeordnet. Weiterhin erfolgen eine Kategorisierung und eine Einschätzung, hinsichtlich der persönlichen Bedeutung des Sinneseindruckes. Diese letzte Reaktion ermöglicht eine Interpretation des Sinnesreizes. Während die beiden ersten Stufen bei allen Individuen praktisch gleich ablaufen, ist dieser dritte Punkt der Einordnung von Lebewesen zu Lebewesen (speziell auch beim Menschen) abhängig von der persönlichen Einschätzung und auch von psychologischen Gegebenheiten. Die Einordnung ist Grundlage der Untersuchungen der Wahrnehmungspsychologie.

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