Waffensalbe
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LoslegenSynonyme: Unguentum armarium, sympathetische Salbe
Englisch: weapon salve, weapon ointment
Definition
Die Waffensalbe war ein historisches Heilmittel der sympathetischen Medizin, das vor allem im 17. Jahrhundert zur Behandlung von Wunden eingesetzt wurde. Charakteristisch war, dass die Salbe nicht auf die Wunde selbst, sondern auf die Waffe bzw. den Gegenstand aufgetragen wurde, der die Verletzung verursacht hatte.
Hintergrund
Der Anwendung lag die Vorstellung zugrunde, dass zwischen der Wunde und der mit dem Blut des Verletzten benetzten Waffe eine "sympathetische" bzw. magnetische Verbindung bestehe. Durch die Behandlung der Waffe sollte daher auch die räumlich entfernte Wunde beeinflusst werden.
Eine frühe Rezeptur findet sich in der Archidoxis magica, einem früher Paracelsus zugeschriebenen, heute jedoch als pseudo-paracelsisch angesehenen Werk. Im frühen 17. Jahrhundert wurde das Verfahren insbesondere durch Rudolph Goclenius den Jüngeren vertreten, der 1608 die Theorie einer "magnetischen" Wundheilung durch die Salbenbehandlung der Waffe veröffentlichte, und löste eine umfangreiche medizinisch-religiöse Kontroverse aus. Auch Robert Fludd setzte sich für die Methode ein und trug maßgeblich zu ihrer Verbreitung in England bei.
Zusammensetzung
Die Zusammensetzung der Waffensalbe variierte. Überlieferte Rezepturen enthielten beispielsweise Menschenfett, menschliches Blut, Mumia, Schädelmoos (Usnea), Rosenöl, Leinöl und Bolus armenicus.[1] War die ursprüngliche Waffe nicht verfügbar, konnte auch ein anderer Gegenstand mit Blut aus der Wunde benetzt und anschließend mit der Salbe behandelt werden.
Eine spezifische therapeutische Wirkung der Waffensalbe ist wissenschaftlich nicht belegt. Bereits im 17. Jahrhundert wurden erste kontrollierte Versuchsanordnungen zur Überprüfung der Methode dokumentiert.[2]
Quellen
- ↑ University of Cambridge Special Collections Blog, abgerufen am 02.09.2026
- ↑ Cooper und Cooper, Sir Nicholas Gilbourne's (magical) cross-over trial of 1631, J Med Biogr, 2026