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Wada-Test

nach dem japanisch-kanadischen Neurologen Juhn Atsushi Wada (1924-2023)

1. Definition

Der Wada-Test ist ein invasives diagnostisches Ver­fahren, das vor der operativen Behandlung einer Epilepsie eingesetzt werden kann. Ziel ist es festzustellen, in welcher Hemisphäre des Gehirns die wichtigsten Funktions­zentren lokalisiert sind, um mögliche postoperative Auswirkungen des Eingriffes abzuschätzen.

2. Hintergrund

Bedeutend wird der Wada-Test, sobald eine Epilepsie nicht erfolgreich medikamentös behandelt werden kann und eine neurochirurgische Therapie infrage kommt. Ziel ist dabei, das für die Anfälle verursachende Hirnareal zu entfernen und normal funktionierendes Hirngewebe zu erhalten. Falls sich jedoch in unmittelbarer Nähe des betroffenen Hirnareals ein wichtiges Funktionszentrum befindet, steigt die Gefahr, dieses ebenfalls zu schädigen. Um dies zu vermeiden, wird der Wada-Test eingesetzt.

Er lokalisiert wichtige Funktionszentren wie Sprache oder Gedächtnis im Gehirn, wodurch eine Abschätzung möglicher neuropsychologischer Folgen der Operation möglich sind. Zudem kann das Risiko einer Schädigung von gesundem Hirngewebe gesenkt werden.

Es existieren verschiedene nicht-invasive Alternativen, wie beispielsweise die funktionelle Magnetresonanztomographie, wodurch der Wada-Test heutzutage seltener angewendet wird.

3. Durchführung

Zu Beginn wird in Seldinger-Technik ein Katheter über die Arteria femoralis oder Arteria radialis angelegt, um Kontrastmittel in die Gehirngefäße zu injizieren. Anschließend wird das Narkosemittel Amobarbital genutzt, um ein Hirnareal auszuschalten.

Die einsetzende Wirkung kann überprüft werden, indem der Patient vor der Injektion des Narkosemittels beide Arme hebt, bei Wirkungseintritt senkt sich der kontralaterale Arm ab.

Bei der eigentlichen Testung werden dem Patienten unter anderem Bilder gezeigt, Fragen gestellt und seine Sprache überprüft. Dabei werden zuerst einfache und dann komplexe Aufgaben eingesetzt. Das Ziel ist es zu überprüfen, wieviele Aufgaben der Patient mit nur noch einer Hirnhälfte bewältigen kann.

4. Interpretation

Durch die Narkose der einen Hirnhälfte kann simuliert werden, wie sich ein größtmöglicher Schaden durch die Operation zeigen würde bzw. wie viel die nicht operierte Gehirnhälfte noch an Funktionen leisten könnte.

5. Literatur

Fachgebiete: Neurochirurgie

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02.05.2023, 16:07
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