Tomosynthese
Synonym: Digitale Tomosynthese
Englisch: tomosynthesis, digital tomosynthesis
Definition
Die Tomosynthese ist ein radiologisches Verfahren auf Basis der Röntgenstrahlung, bei dem aus mehreren Projektionen unter unterschiedlichen Winkeln schichtartige Rekonstruktionen eines Untersuchungsobjekts erzeugt werden. Sie stellt ein Bindeglied zwischen der Projektionsradiographie und der Computertomographie (CT) dar.
Hintergrund
Bei der Tomosynthese bewegt sich die Röntgenröhre über einen begrenzten Winkelbereich relativ zu einem meist stationären Röntgendetektor. Dabei werden mehrere zweidimensionale Projektionen aufgenommen, aus denen mithilfe mathematischer Verfahren (z.B. vereinfachte Rückprojektion) Schnittbilder rekonstruiert werden. Im Gegensatz zur Computertomographie erfolgt keine vollständige Rotation um das Objekt, sondern nur eine Teilwinkelaufnahme. Dadurch entsteht eine begrenzte Datengrundlage, was zu einer anisotropen räumlichen Auflösung führt: Die Auflösung in der Schichtebene ist höher als in Tiefenrichtung. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber der konventionellen Projektionsradiographie ist die Reduktion von Überlagerungen anatomischer Strukturen. Die Strahlendosis liegt typischerweise deutlich unterhalb derjenigen einer CT-Untersuchung, jedoch meist über einer einzelnen Projektionsaufnahme.
Anwendung
Der klinisch etablierte Haupteinsatzbereich der Tomosynthese ist die Mammadiagnostik in Form der digitalen Brusttomosynthese (DBT). Andere Anwendungen, etwa in der Thoraxdiagnostik, der muskuloskelettalen oder der zahnmedizinischen Bildgebung haben bislang keine breite klinische Etablierung gefunden.