Terrestrische Strahlung
Englisch: terrestrial radiation
Definition
Die terrestrische Strahlung bezeichnet die natürliche ionisierende Strahlung, die von radioaktiven Radionukliden in der Erdkruste ausgeht. Sie ist neben der kosmischen Strahlung eine wichtige Komponente der natürlichen Strahlenexposition des Menschen.
Herkunft
Die terrestrische Strahlung entsteht durch den Zerfall natürlich vorkommender Radionuklide im Boden und in Gesteinen. Zu den wichtigsten primordialen Radionukliden gehören:
Diese Radionuklide sind seit der Entstehung der Erde vorhanden und besitzen sehr lange Halbwertszeiten.
Natürliche Radionuklide sind auch in vielen Baustoffen enthalten, etwa in Beton, Ziegel und Granit. Dadurch kann es in Gebäuden zu einer zusätzlichen Strahlenexposition kommen. Insgesamt ist der Beitrag der Baustoffe zur Strahlenbelastung jedoch meist gering.
Ein wichtiges Zerfallsprodukt der Uranreihe ist das radioaktive Edelgas Radon. Es kann aus dem Boden in Gebäude eindringen und ist die bedeutendste Quelle der natürlichen Strahlenexposition in Innenräumen.
Strahlenarten
Beim radioaktiven Zerfall der natürlichen Radionuklide entstehen verschiedene Arten ionisierender Strahlung:
Für die äußere Strahlenexposition des Menschen ist vor allem die Gammastrahlung relevant, da sie eine hohe Durchdringungsfähigkeit besitzt.
Beitrag zur natürlichen Strahlenexposition
Die terrestrische Strahlung trägt in Deutschland im Mittel etwa 0,4 mSv pro Jahr zur natürlichen Strahlenexposition bei, global sogar 0,5-0,7 mSv/Jahr. Der tatsächliche Wert kann jedoch regional stark variieren. Besonders hohe Werte treten in Regionen mit uranhaltigen Gesteinen, beispielsweise in Granitgebieten, auf.
Einflussfaktoren
Die Stärke der terrestrischen Strahlung hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:
- geologische Zusammensetzung des Untergrunds
- Höhenlage
- Konzentration natürlicher Radionuklide im Boden
- Bauweise und verwendete Baustoffe von Gebäuden
Dadurch kann die natürliche Strahlenexposition regional deutlich variieren.