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Talusfraktur

1 Definition

Unter der Talusfraktur versteht man einen Knochenbruch im Bereich des Talus.

2 Epidemiologie

Es handelt sich um eine seltene Verletzung.

3 Einteilung

Man unterscheidet zentrale Frakturen mit Beteiligung des Taluskopfes, des Talushalses und des Taluskörpers und periphere Frakturen mit Beteiligung des Processus lateralis, des Processus posterior, Abscherfrakturen von Taluskopf und Talusdom. Die zentralen Frakturen machen etwa 75% der Talusfrakturen aus.

4 Ätiopathogenese

Talusfrakturen werden durch ausgeprägte Krafteinwirkungen ausgelöst. Sie treten vor allem im Rahmen von Stürzen aus großer Höhe oder im Rahmen von Verkehrsunfällen auf.

Bei jeder zweiten zentralen Talusfraktur verläuft die Frakturlinie durch den Talushals, bei 25% der Frakturen durch den Taluskörper und bei den restlichen 25% durch den Taluskopf. Zentrale Talusfrakturen können zu Luxationen im oberen und unteren Sprunggelenk führen.

Aufgrund der schlechten Gefäßversorgung besteht ein erhöhtes Risiko für eine avaskuläre Nekrose.

5 Klassifikation

Die Frakturen des Talushalses werden nach Hawkins klassifiziert.

  • Typ I: Bei dieser Fraktur liegt keine Luxation vor.
  • Typ II: Es handelt sich um eine Fraktur mit Luxation im unteren Sprunggelenk.
  • Typ III: Bei dieser Fraktur bricht der Taluskörper aus dem oberen und unteren Sprunggelenk nach dorsal aus.
  • Typ IV: Beim Typ IV liegt eine Typ III Fraktur in Kombination mit einer Luxation im Talonavikulargelenk vor.

6 Klinik

Die betroffenen Patienten klagen über starke Schmerzen. Es besteht eine Bewegungseinschränkung im oberen Sprunggelenk sowie eine Schwellung und häufig ein Hämatom.

7 Komplikationen

Aufgrund der schlechten Blutversorgung besteht die Gefahr einer avaskulären Nekrose des Talus. Das Risiko nimmt von der Typ I Fraktur (fünf bis zehn Prozent) bis zur Typ IV Fraktur (achtzig bis hundert Prozent) stark zu. Es besteht die Gefahr eines Kompartmentsyndroms im Bereich der Fußlogen.

8 Diagnostik

Anamnese und Klinik können einen Hinweis auf die Verletzung geben. Die Überprüfung von Durchblutung, Motorik und Sensibilität ist obligat. Aufgrund des Verletzungsmechanismus sollte auf begleitende knöcherne Verletzungen und begleitende Weichteilverletzungen geachtet werden.

Die Diagnose kann meistens anhand von Röntgenaufnahmen gesichert werden. Zum Nachweis einer Fraktur des Processus lateralis ist jedoch die Anfertigung eines Computertomogramms notwendig.

Mit der Magnetresonanztomographie können avaskuläre Nekrosen nachgewiesen werden.

9 Therapie

Periphere, nicht dislozierte Frakturen sowie zentrale, nicht dislozierte und nicht eingestauchte Frakturen (Typ I) können konservativ durch Ruhigstellung in einem Unterschenkelgips für ungefähr acht Wochen behandelt werden.

Bei allen anderen Frakturen erfolgt eine operative osteosynthetische Versorgung.

10 Prognose

Die Prognose ist von der Schwere der Verletzung abhängig. Vor allem bei Typ III und Typ IV Frakturen entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Arthrose.

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Fachgebiete: Chirurgie

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