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Sexuelle Reifungskrise

1 Definition

Die sexuelle Reifungskrise ist eine psychische Störung, die im Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung der betroffenen Personen steht. Die Betroffenen sind sich bezüglich ihrer sexuellen Orientierung unsicher.

2 Klassifizierung

In der ICD-10 wird die sexuelle Reifungskrise unter der Kategorie "Psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung (F66)" klassifiziert.

3 Hinweis

Mit der Diagnose wird nicht die Homo-, Hetero- oder Bisexualität der Betroffenen als psychische Störung klassifiziert, sondern die möglichen Folgen wie Ängste oder Depressionen, welche sich aus der Unsicherheit der sexuellen Orientierung ergeben können. Somit sind nicht homo-, hetero- oder bisexuelle Personen per se von dieser Diagnose betroffen. Dennoch kann eine bestimmte sexuelle (Um-)Orientierung zu intrapersonellen Konflikten führen. So kann es passieren, dass Betroffene ihre sexuelle Orientierung selbst nur schwer akzeptieren können. Andererseits kann auch die Beziehung zu anderen Personen wie Verwandten oder Freunden, die wenig Verständnis oder eine ablehnende Haltung gegenüber der sexuellen Orientierung haben, nachhaltig negativ beeinflusst werden.

4 Klinisches Bild

Die Betroffenen leiden unter einer Unsicherheit bezüglich ihrer sexuellen Orientierung, was zu Ängsten oder Depressionen führt. Dabei kann eine Person bereits eine stabile sexuelle Orientierung ausgeprägt haben und auch in einer langen Partnerschaft leben, bevor es zu einer Umorientierung kommt. Hierbei können sowohl homo-, hetero- als auch bisexuelle Umorientierungen entstehen. Meist sind von dieser Diagnose jedoch Heranwachsenden betroffen, die noch keine klare Orientierung bezüglich ihrer Sexualität entwickelt haben.

5 Therapie

Im Zentrum der Behandlung sollte die psychologische Begleitung der Betroffenen stehen. Sie benötigen fachkundige Unterstützung bei der Suche nach der sexuellen Orientierung. Anders als beim Transsexualismus (F64.0), handelt es sich bei der sexuellen Reifungskrise um keine Störung der Geschlechtsidentität. Somit haben die Betroffenen nicht den Wunsch dem anderen Geschlecht anzugehören. Sollte dies dennoch der Fall sein, sollte zusätzlich zur sexuellen Reifungskrise die Diagnose "Transsexualismus" vergeben werden. In diesem Fall kann bei dem Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung mittels chirurgischer und endokrinologischer Maßnahmen (Hormontherapie) geholfen werden. Ansonsten ist bei der sexuellen Reifungskrise eine psychotherapeutische Behandlung indiziert, welche durch eine Pharmakotherapie (z.B. Antidepressiva) ergänzt werden kann.

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