Satellitenzelle (Skelettmuskel)
Englisch: satellite cell, myosatellite cell, muscle stem cell
Definition
Satellitenzellen sind multipotente Stammzellen des Skelettmuskels, die sich zwischen dem Sarkolemm und der Basallamina von Muskelfasern befinden.
Hintergrund
Satellitenzellen sind im Normalfall ruhend und werden durch Verletzungen des Muskelgewebes zur Proliferation und Differenzierung angeregt. Somit spielen sie eine essentielle Rolle bei der Muskelreparatur. Satellitenzellen wurden erstmals 1961 beim Krallenfrosch beschrieben.
Embryologie
Im Laufe der Entwicklung durchlaufen embryonale Muskelvorläuferzellen zunächst eine Proliferationsphase. Während der darauffolgenden Differenzierung zur Muskelfaser verbleibt ein Pool von Stammzellen in ihrer natürlichen Nische unter der Basallamina. Die differenzierten Muskelfasern sind postmitotische Zellen und können sich nicht mehr teilen.
Physiologie
Nach einer Verletzung des Muskelgewebes müssen die zerstörten Fasern durch neue ersetzt werden, die aus den Satellitenzellen hervorgehen. Als Reaktion auf Reize wie Myotraumata werden die ruhenden Satellitenzellen aktiviert, proliferieren und exprimieren myogene Marker (z.B. Myf5 und MyoD). Die Myogenese wird dabei durch Pax3 und Pax7 angetrieben; wobei auch die ruhenden Satellitenzelle diese beiden Transkriptionsfaktoren exprimieren.
Die proliferierenden Satellitenzellen verschmelzen miteinander oder mit vorhandenen Muskelfasern, um das zerstörte Gewebe zu ersetzen. Einige verbleiben jedoch im undifferenzierten Zustand, um den Pool der ruhenden Satellitenzellen zu erhalten.