SUD-Skala
Synonym: SUDS
Definition
Die SUD-Skala, kurz für Subjective Units of Disturbance bzw. Subjective Units of Distress, ist ein Messinstrument zur Quantifizierung von subjektiver Belastung, Angst oder Unbehagen. Sie wird vor allem in der Verhaltenstherapie und in der Traumatherapie als Verlaufsmaß eingesetzt.
Hintergrund
Die SUD-Skala wurde von Joseph Wolpe im Kontext der systematischen Desensibilisierung eingeführt. Ursprünglich erfolgte die Einschätzung häufig auf einer Skala von 0 bis 100, während in der klinischen Praxis heute meist eine Skala von 0 bis 10 verwendet wird. Dabei bezeichnet 0 keine subjektive Belastung und 10 die maximal vorstellbare Belastung. Je nach Setting werden auch feinere Abstufungen oder alternative Skalierungen verwendet.
Anwendung
Die SUD-Skala dient der Einschätzung emotionaler Reaktionen bei der Konfrontation mit angstauslösenden oder traumabezogenen Inhalten sowie der Dokumentation von Therapieeffekten im zeitlichen Verlauf.
Typische Einsatzbereiche sind die Expositionstherapie und die EMDR-Therapie, insbesondere bei der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen. Hier bewerten Patientinnen und Patienten die Belastung eines Zielbildes zu Beginn und während der bilateralen Stimulation. Ziel ist eine möglichst vollständige Reduktion der subjektiven Belastung, idealerweise auf einen SUD-Wert von 0, in einigen Fällen auch bis 1 – je nach Methode und klinischem Vorgehen.
Limitationen
Die SUD-Skala ist ein Selbstbeurteilungsinstrument und kein Diagnoseverfahren. Die Skala unterliegt einer hohen Subjektivität und interindividuellen Variabilität, wodurch die Vergleichbarkeit zwischen Patientinnen und Patienten eingeschränkt ist. Zudem können Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit, Vermeidung oder Missverständnisse der Skalenanker auftreten.
Literatur
- Wolpe J. The Practice of Behavior Therapy. Oxford: Pergamon Press; 1969.
- Shapiro F. EMDR – Grundlagen und Praxis. Handbuch zur Behandlung traumatisierter Menschen. Paderborn: Junfermann; 2022, 3. Auflage