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Retrograde Degeneration

Englisch: retrograde degeneration

1 Definition

Der Begriff der retrograden Degeneration beschreibt die pathophysiologischen Vorgänge im proximalen Abschnitt eines Axons bzw. der Nervenzelle nach der experimentellen oder traumatischen Durchtrennung des Axons.

2 Hintergrund

Wird das Axon einer Nervenzelle experimentell (Axotomie) oder traumatisch (Axonotmesis) durchtrennt, kommt es obligat zu einer sogenannten Waller-Degeneration. Dabei geht der distale Teil des Axons aufgrund der fehlenden Versorgung vom Perikaryon zugrunde.

Aufgrund der axonalen Verletzung verliert die Nervenzelle oft auch einen Grossteil ihres eigenen Zellvolumens. Dadurch ist die Zelle nicht mehr lebensfähig und stirbt retrograd ab. Weiter verliert sie den direkten Kontakt zur Zielzelle und damit retrograd transportierte Wachstums- und Überlebensfaktoren.

Im Gegensatz zur Waller-Degeneration ist die retrograde Degeneration nicht obligat. Die Nervenzelle kann die Durchtrennung des Axons überleben und im Rahmen der axonalen Regeneration erneut wachsen (Cave: nur im peripheren Nervensystem möglich).

Fachgebiete: Neurologie, Pathologie

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