Raumfahrtmedizin
Synonym: Weltraummedizin
Englisch: space medicine
Definition
Die Raumfahrtmedizin ist ein Teilgebiet der Luft- und Raumfahrtmedizin, das sich mit den medizinischen Auswirkungen von Raumflügen auf den menschlichen Organismus befasst. Sie untersucht physiologische Anpassungsprozesse, krankhafte Veränderungen sowie präventive, diagnostische und therapeutische Maßnahmen unter den besonderen Umweltbedingungen der Raumfahrt.
Hintergrund
Die Raumfahrtmedizin entwickelte sich mit Beginn der bemannten Raumfahrt in den 1960er-Jahren. Ziel war es zunächst, die grundsätzliche Überlebens- und Leistungsfähigkeit des Menschen unter Bedingungen der Schwerelosigkeit zu beurteilen. Heute ist sie ein interdisziplinäres Fach, das Erkenntnisse aus Physiologie, Innerer Medizin, Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie und Radiobiologie integriert. Zentrale Forschungsplattform ist die Internationale Raumstation (ISS), auf der Langzeitaufenthalte unter Mikrogravitation möglich sind.
Während eines Raumfluges ist der Mensch Bedingungen ausgesetzt, die sich grundlegend von denen auf der Erde unterscheiden. Die Mikrogravitation beeinflusst nahezu alle Organsysteme. Hinzu kommen eine erhöhte Exposition gegenüber ionisierender kosmischer Strahlung, abgeschlossene Lebensräume mit sozialer Isolation sowie eine Störung des zirkadianen Rhythmus durch häufige Tag-Nacht-Wechsel im Erdorbit.
siehe auch: FlexiEssay: Weltraumflugassoziierte transiente Telomerverlängerung