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FlexiEssay: Weltraumflugassoziierte transiente Telomerverlängerung

Johannes Florian Schröder
Student/in der Humanmedizin
Dr. rer. nat. Fabienne Reh
DocCheck Team
Simon Schuckel
DocCheck Team
Johannes Florian Schröder, Dr. rer. nat. Fabienne Reh + 1

Dieser Text ein so genannter FlexiEssay. So nennen wir Texte, die keinen lexikalischen Inhalt haben. FlexiEssays geben die persönliche Einschätzung des Autors wieder. Sie werden von uns nicht inhaltlich überprüft. Wie bei allen anderen Texten gilt: Lies dir den Artikel kritisch durch, vergleiche ihn mit anderen Publikationen und bilde dir eine eigene Meinung.
Englisch: spaceflight-associated telomere elongation

Definition

Die weltraumflugassoziierte transiente Telomerverlängerung bezeichnet eine vorübergehende Zunahme der Telomerlänge in peripheren Blutzellen während eines Raumfluges, die sich nach der Rückkehr zur Erde rasch normalisiert oder in eine Verkürzung übergeht.

Hintergrund

Telomere sind repetitive Nukleoproteinstrukturen an den Enden eukaryotischer Chromosomen und dienen dem Schutz der genetischen Information vor Degradation und Fehlverknüpfung. Ihre Länge unterliegt im Lebensverlauf einer dynamischen Regulation und wird durch Zellteilung, oxidativen Stress, Entzündungsprozesse und DNA-Schadensantworten beeinflusst.

Unter den besonderen Umweltbedingungen der Raumfahrt (insbesondere Mikrogravitation, ionisierende Strahlung, veränderte Immunregulation und metabolischer Stress) kommt es zu messbaren Veränderungen zellulärer Alterungsmarker. Hierzu zählt die während des Raumfluges beobachtete, zeitlich begrenzte Verlängerung der Telomere in Leukozyten.

Charakteristik des Phänomens

Typisch ist ein biphasischer Verlauf:

  1. Inflight-Phase: Anstieg der durchschnittlichen Telomerlänge während des Aufenthalts im All.
  2. Postflight-Phase: Rasche Rückbildung auf Ausgangswerte oder Unterschreitung des präflight-Niveaus nach der Rückkehr zur Erde.

Das Phänomen ist interindividuell unterschiedlich ausgeprägt und betrifft primär periphere Blutzellen.

Mögliche Mechanismen

Die zugrunde liegenden Prozesse sind multifaktoriell und noch nicht abschließend geklärt. Diskutiert werden insbesondere:

  • Veränderungen der Leukozytensubpopulationen, wodurch sich die mittlere gemessene Telomerlänge verschieben kann.
  • Modulation zellulärer Stress- und Reparaturmechanismen unter Raumflugbedingungen.
  • Epigenetische und metabolische Anpassungsprozesse, die die Telomerregulation beeinflussen.

Es handelt sich dabei nicht um eine strukturelle Verjüngung des Organismus, sondern um eine reversible Veränderung eines zellulären Biomarkers.

Klinische Bedeutung

Die weltraumflugassoziierte transiente Telomerverlängerung stellt keine eigenständige Erkrankung dar, sondern ein physiologisches Anpassungsphänomen im Rahmen der extremen Umweltbedingungen der Raumfahrt. Ihre Bedeutung liegt vor allem in der Bewertung langfristiger gesundheitlicher Risiken bei Raumfahrtpersonal und in der Erforschung zellulärer Alterungsprozesse unter Extrembedingungen.

Eine isolierte Interpretation der Telomerlänge ohne Berücksichtigung von Zelltyp, Verteilung kurzer und langer Telomere sowie begleitender biologischer Parameter ist nicht ausreichend für individuelle klinische Aussagen.

Abgrenzung

Abzugrenzen ist das Phänomen von pathologischen Telomerverlängerungen bei malignen oder genetischen Erkrankungen sowie von methodisch bedingten Messartefakten. Charakteristisch ist die zeitliche Begrenzung und Reversibilität der Telomerveränderung im Zusammenhang mit dem Raumflug.

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Stichworte: FlexiEssay
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