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Pseudopodien

Synonym: Pseudopodia, Cytopodien
Englisch: pseudopodia

1 Definition

Als Pseudopodien bezeichnet man dünne, veränderliche Zellfortsätze von Protozoen oder beweglichen Körperzellen (z.B. Leukozyten oder Makrophagen), welcher der Zelle eine aktive, amöboide Fortbewegung ermöglichen.

2 Einteilung

Pseudopodien können in verschiedene Formen unterteilt werden:

3 Histologie

Pseudopodien sind Ausbuchtungen der Zellmembran, die neben Zytoplasma zahlreiche, unregelmäßig geformte Aktin- und Myosinfilamente enthalten. Sie ermöglichen es der Zelle, die Pseudopodien innerhalb kurzer Zeit aus- und wieder einzustülpen.

Das Aktingerüst wird durch den Begleitproteinkomplex Arp2/3 ("actin-related protein") zusammengehalten. Die Vorwärtsbewegung wird durch eine gerichtete Depolymerisierung und Polymerisierung von Aktinfilamenten im vorderen Teil und eine Kontraktion von "Stressfasern" (kontraktile Aktinfilamentbündel mit α-Actinin-Begleitproteinen) mit Myosin-II-Interaktion im hinteren Teil der Zelle (Uropodium) gesteuert.

Zusätzlich bildet die Zelle kleine Anhaftungsstellen, indem die Aktinfilamente in Integrine (Zell-Matrix-Kontakte) inserieren. Diese Anhaftungsstellen werden am Uropodium immer wieder "abgebaut". Je schneller der Abbau bzw. je kürzer die Anhaftungsstellen vorhanden sind, desto schneller bewegt sich die Zelle. Neutrophile Granulozyten zum Beispiel können so eine Geschwindigkeit von bis zu 20 μm/min erreichen.

Tags:

Fachgebiete: Histologie, Parasitologie

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