Phthisiologie
von altgriechisch φθίσις ("phthísis") – Schwindsucht; λόγος ("lógos") – Lehre
Englisch: phthisiology
Definition
Die Phthisiologie ist ein Teilgebiet der Pneumologie und Inneren Medizin, das sich mit der Diagnostik, Vorbeugung und Behandlung der Tuberkulose und verwandter Lungenerkrankungen beschäftigt.
Hintergrund
Die Phthisiologie gewann im 19. und 20. Jahrhundert durch die hohe Tuberkuloseprävalenz große Bedeutung. Sie ist eng mit der Entwicklung von Public Health und der Errichtung von Sanatorien verbunden.
In Westeuropa ist die Phthisiologie heute (Stand 2026) in die Fachgebiete Pneumologie und Infektiologie integriert. In Ländern mit hoher Inzidenz (z.B. Osteuropa, Zentralasien, Indien, Afrika und Südamerika) wird die Phthisiologie im Medizinstudium gelehrt und ist teilweise bis heute ein eigenständiges Fachgebiet. Spezialisierte Kliniken und Ambulanzen übernehmen zentrale Aufgaben der Tuberkulosekontrolle. Fachärzte führen Spezialdiagnostik einschließlich der Resistenztestung durch, behandeln multiresistente Erkrankungsformen, überwachen Therapien und führen Public-Health-Maßnahmen durch. Weitere Aufgaben umfassen Forschung, Ausbildung und die Zusammenarbeit im Rahmen von internationalen Programmen (z.B. Directly Observed Therapy Shortcourse, End TB-Strategie).
siehe auch: Diagnostik und (medikamentöse) Therapie der Tuberkulose
Literatur
- Von der Phthisiologie zur Pneumologie und Thoraxchirurgie 60 Jahre Lungenklinik Heckeshorn
- WHO consolidated guidelines on tuberculosis. Module 3: diagnosis. Geneva: World Health Organization; 2025. Licence: CC BY-NC-SA 3.0 IGO.