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Pflegemanagement

1 Definition

Die Bezeichnung Pflegemanagement findet sich in Deutschland an Fachhochschulen für Studiengänge im Fachgebiet der praxisorientierten Pflegewissenschaften wieder.

2 Zielorientierung

Die Studiengänge richten sich an berufserfahrene Pflegefachkräfte mit Leitungserfahrung. Der Zugang zu diesem Studium ist auch ohne vorhergehenden Berufabschluss in der Pflege möglich. Der Deutsche Pflegerat möchte auf diesem Wege die Akademisierung der Pflege bis zum Jahre 2020 realisieren.

3 Studienstruktur

In den ersten Semestern (Grundstudium) werden die Grundlagen der Pflegewissenschaften, sowie Bezugswissenschaften wie Soziologie und Psychologie vermittelt. Hier erfolgt auch der Einstieg in die Betriebswissenschaft und das Personalmanagement. In den folgenden Semestern werden die rechtlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für Führungskräfte in der Pflege vorgestellt und an Praxisbeispielen diskutiert.

In den letzten Semestern (Hauptstudium) erhalten die Studierenden die Möglichkeit zur individuellen Vertiefung ihrer Interessensgebiete. Je nach Neigung und Berufswunsch können sie sich zwischen mehreren Wahlpflichtfächern (Personal-, Organisations-, Qualitätsmanagement) und Studienschwerpunkten des Pflegemanagements (Stationäre Krankenversorgung, Stationäre Altenpflege, Ambulante Dienste) entscheiden und dabei ihr individuelles berufliches und wissenschaftliches Profil entwickeln. Das Studium wird im 8. Semester mit der Diplomarbeit abgeschlossen.

4 Berufsperspektive

Durch das im letzten Studienabschnitt vermittelte Fachwissen haben die zukünftigen "Pflegeprofis" die Fertigkeiten, die sie brauchen, um Verantwortung im Funktionsbereich der Pflegedienstleitung zu übernehmen. Mit diesem Rüstzeug des Pflegemanagements erlangen die Absolventen eine erhöhte Arbeitsplatzsicherheit, sowie erhebliche Wettbewerbs- und Karrierevorteile gegenüber Pflegefachkräften ohne akademisches Studium. Potentielle Arbeitsbereiche sind z.B. Führungsaufgaben im mittleren Management, die Implementierung von Qualitätsmanagement-Systemen, qualitätssichernde Aufgaben, gutachterliche Tätigkeiten, sowie Beratung, Anleitung und Schulung. Mögliche Arbeitgeber sind Pflege- und Versorgungseinrichtungen, Verbände, Unternehmen aus dem Bereich der Heil- und Hilfsmittelindustrie, Fachverlage, Kranken- und Pflegekassen sowie Beratungsstellen.

Aktuell wird der Studiengang an Fachhochschulen noch als Diplom-Studiengang (FH) angeboten - mit Grund- und Hauptstudium. Der Abschluss lautet Diplom-Pflegewirt/-in (FH). Alle deutschen Fachhochschulen stellen bis zum Sommersemester 2009 den alten Diplom-Studiengang (FH) auf den neuen Bachelor-Studiengang um.

5 Weiterbildung

Für die Zulassung zu einem Master-Studiengang im Pflegemanagement oder der Pflegewissenschaft an einer Universität ist es egal, ob FH-Diplom oder Bachelor-Abschluss vorliegen. Beide Abschlussarten berechtigen zur Aufnahme eines Masterstudiengangs an jeder deutschen Universität.

6 Berufsorganisation

Eine wichtige Organsisation für das Pflegemanagement ist der BALK, der in berufspolitischen Fragen auch mit dem Deutschen Pflegerat zusammenarbeitet.

Aus dem Verband "Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen" (BALK) wurde 2012 der Bundesverband Pflegemanagement. Ziel und Zweck des Verbands bleiben jedoch unverändert.

7 Literatur

  • Eisenreich, BALK (Hrsg., 2002): Handbuch Pflegemanagement, Neuwied
  • Wolfgang Schäfer; Peter Jacobs: Praxisleitfaden Stationsleitung: Handbuch für stationäre und ambulante Pflege. Stuttgart, Kohlhammer. 2002. ISBN
  • R. Tewes: "Führungskompetenz ist lernbar. Praxiswissen für Führungskräfte in Gesundheitsfachberufen", 2. Aufl., Springer 2011 ISBN 978-3-642-12648-2
  • A. Kerres, B. Seeberger: "Gesamtlehrbuch Pflegemanagement", Springer 2005. ISBN 978-3-540-23736-5
  • Marcel Faißt (2010): Der Pflege-TÜV: Was stationäre Pflegeeinrichtungen über die MDK-Noten wissen müssen, ISBN 9783839185865 (Leitfaden zur Umsetzung der Pflegetransparenz-Kriterien des MDK mit Praxisempfehlungen, Checklisten, Rechenmethode zur Pflegenote, etc.)
  • Regina Frömming-Ohmke: So gestalten Sie einen Leitungswechsel kompetent und erfolgreich. Schlütersche; 2005. 206 S. ISBN 3877066860
  • Karl-Heinz List: Praxisbuch Personalmanagement in der Pflege, Medizinisch-Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Berlin 2010, ISBN 9783941468214
  • Georg Neumann: Rettung aus Polen. Wie Pflege zu Hause tatsächlich gelingt, Kreuz-Verlag, Freiburg, 2010, ISBN 978-3-7831-3402-5 (Erfahrungen mit demenzkranker Mutter und Ratgeber)

8 Weblinks

9 Quelle

Tags:

Fachgebiete: Krankenpflege

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