Pflegediagnose
Definition
Eine Pflegediagnose beschreibt die tatsächlichen oder potenziellen Reaktionen eines Pflegeempfängers auf Gesundheitsprobleme, die durch die Pflege beeinflusst werden können. Sie ist Ergebnis einer systematischen, kontinuierlichen pflegerischen Beurteilung und bildet die Grundlage für die Planung und Durchführung von Pflegemaßnahmen. Dadurch nimmt sie bei der klinischen Entscheidungsfindung im Rahmen des Pflegeprozesses eine zentrale Rolle ein.
Klassifikationssysteme
Im deutschsprachigen Raum werden überwiegend drei Klassifikationssysteme zur Formulierung und Dokumentation von Pflegediagnosen verwendet:
| System | Herkunft | Struktur | Fokus |
|---|---|---|---|
| NANDA-I-Klassifikation | USA (NANDA) | Präkombiniert (PES-Schema) | Vereinheitlichung mit vorformulierten Pflegediagnosen |
| European Nursing care Pathways (ENP) | Deutschland (RECOM GmbH) | Präkombiniert (PESR-Schema) | Vereinheitlichung mit Entscheidungspfaden |
| International Classification for Nursing Practice (ICNP) | International (ICN) | Postkombinatorisch (7 Achsen mit dynamischer Kombination) | Referenzklassifikation (in WHO Family of International Classifications Network aufgenommen) |
International existieren weitere Klassifikationen, die sich im deutschsprachigen Raum jedoch nicht etabliert haben.
Die ENP integriert neben Pflegediagnosen auch evidenzbasierte Pflegeziele und Pflegemaßnahmen im Sinne einer Praxisleitlinie und ermöglicht damit die Abbildung zentraler Elemente des Pflegeprozesses. Bei NANDA-I erfolgt dies durch die Verknüpfung mit ergänzenden Klassifikationssystemen.
Die Klassifikationen für Pflegediagnosen (NANDA-I), Pflegeergebnisse (Nursing Outcomes Classification) und Pflegeinterventionen (Nursing Interventions Classification) dienen gemeinsam der Standardisierung des gesamten Pflegeprozesses.