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Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery

1 Definition

Die Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery, kurz NOTES, ist eine Operationstechnik, bei welcher der Patient über Zugänge operiert wird, die durch natürliche Körperöffnungen gewählt werden.

2 Hintergrund

Die Eröffnung der Körperhöhle bzw, des Operationssitus erfolgt nicht wie üblich über die Haut (transdermal), sondern durch das Lumen eines inneren Organs (transluminal). Sie wird als Weiterentwicklung der minimal invasiven Chirurgie (engl.: Minimal Invasive Surgery, MIC) verstanden.

3 Etablierung

Im Gegensatz zu vielen Neuerungen und Techniken kommt die NOTES-Technik nicht aus den USA; die Pioniere kommen aus Indien, Europa, Südamerika und Asien. Dies liegt zum einen an den juristischen Möglichkeiten der amerikanischen Patienten, die Operateure bei postoperativen Schmerzen oder anderen Komplikationen leicht verklagen zu können, zum anderen an gesundheitspolitischen Barrieren, da die NOTES-Technik von den Krankenkassen als Teil der chirurgischen "Forschung" anstatt als "Therapie" angesehen wird und die entstehenden Behandlungskosten somit nicht bezahlt werden.

4 Zugänge

Als Zugang kann theoretisch jede natürliche Körperöffnung gewählt werden. NOTES-Operationen erfolgen demnach:

5 Operationen

85% aller bisher (2009) dokumentierten Eingriffe macht die transvaginale Cholezystektomie aus, welche jedoch als Hybridverfahren und nicht als reine NOTES-Operation verstanden wird, da zwar die Instrumente transvaginal, die Kameraoptik jedoch durch einen Schnitt in der Umbillicalgegend eingebracht werden.

6 Vorteile

Als mögliche Vorteile werden folgende Punkte beschrieben:

  • weniger postoperative Schmerzen: durch die ausbleibende Durchtrennung von Haut und Muskelgewebe entstehen postoperativ weniger Schmerzen
  • bessere kosmetische Ergebnisse: da durch natürliche Körperöffnungen und Lumina hindurch operiert wird entstehen keinerlei sichtbaren Narben
  • weniger postoperative Komplikationen
  • kürzere Verweildauer im Krankenhaus: aus einer geringeren Anzahl an postoperativen, behandlungsbedürftigen Komplikationen ergibt sich insgesamt eine kürzere Verweildauer im Krankenhaus, die zur Ökonomisierung der Arbeitsabläufe beitragen kann.

7 Nachteile

Ein von Kritikern oft angeführter Punkt ist die Schwierigkeit, bei der NOTES-Methode ein hohes Maß an Sterilität während der Operation zu gewährleisten. Die chirurgischen Instrumente durch ein mit Keinem kontaminiertes Lumen wie das Kolon oder den Ösophagus an den Ort der Operation zu bringen stellt eine besondere Schwierigkeit dar. Die hierzu nötigen Instrumente befinden sich derzeit (2009) noch in der Entwicklung oder bedürfen weiterer Optimierung. Desweiteren stellt sich je nach Zugangsweg die Frage nach einer suffizienten Verschlusstechnik. Während beim transvaginalen Verfahren eine Naht möglich ist, gibt es bisher keine einheitliche Technik beim transgastrischen Zugang.

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