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Milchgebiss

Synonyme: Dentes lactales, Dentes decidui
Englisch: milk teeth

1 Definition

Das Milchgebiss ist das Gebiss, das sowohl beim Menschen als auch bei zahlreichen Säugetieren den ersten Schritt der Entwicklung zu einem endgültigen Beiß- und Kauapparat markiert. Die Milchzähne haben die Eigenschaft, stets nach einer gewissen Zeit wieder auszufallen und damit den Weg für das endgültige Gebiss freizumachen. Der lateinische Fachbegriff für einen Milchzahn lautet Dens deciduus.

2 Aufbau

Das endgültige, bleibende Gebiss wäre für die kleinen Kiefer von Babys und Kleinkindern in seiner Morphologie viel zu groß. Aus diesem Grund bildet sich als erster Kauapparat das Milchgebiss, das sowohl in seiner Wurzeltiefe als auch in der Breite der einzelnen Zähne wesentlich kleiner ist als das später entstehende endgültige Gebiss. Mit dem Wachstum der Mundhöhle und des Kiefers fallen die Milchzähne nach und nach physiologischerweise aus und werden anschließend durch die bleibenden Zähne bzw. das definitive Gebiss ersetzt. Das Milchgebiss des Kindes besteht aus 20 Zähnen, wobei diese sich in 5 Zähne je Quadrant aufteilen. Die Zahnformel lautet 2-1-2. Dies impliziert 2 Schneidezähne, 1 Eckzahn und 2 Molaren je Quadrant. Das Milchgebiss enthält keine Prämolaren.

Auf Basis dieser Zahnformel ergibt sich das heute gebräuchliche Internationale Zahnschema der Fédération Dentaire Internationale (FDI).

rechts links
Oberkiefer 55, 54, 53, 52, 51 61, 62, 63, 64, 65
Unterkiefer 85, 84, 83, 82, 81 71, 72, 73, 74, 75

3 Dentition

Die 1. Dentition läuft normalerweise wie folgt ab:

  • zunächst erfolgt das Herauswachsen (Durchbrechen) der mittleren Schneidezähne ab dem sechsten Lebensmonat bis zum neunten Lebensmonat
  • kurz darauf erfolgt das Herauswachsen der weitern Zähne, welches manchmal mit Schmerzen für das Kleinkind verbunden ist und Schlafprobleme verursachen kann. Die Schmerzen sind allerdings für den Vorgang des Zahnens vollkommen normal und bedürfen keiner Maßnahmen.
  • nach dem Herauswachsen der unteren Zähne brechen in aller Regel kurze Zeit später die gegenspielenden oberen Zähne (die Antagonisten) heraus
  • wie oben erwähnt beträgt der Zeitpunkt des ersten Herausbrechens in der Regel sechs bis neun Monate nach der Geburt. Allerdings kann dieser Zeitpunkt auch sehr stark davon abweichen. So gibt es Fälle, in denen die 1. Dentition bereits nach 4 Monaten beginnt, in anderen Fällen dagegen erst im 14. Monat. Sehr selten werden Kinder sogar schon mit einem Zahn geboren.
  • in etwa im 30. Lebensmonat sind bei den meisten Kindern alle Milchzähne durchgebrochen
  • ca. Ende des dritten bzw. Anfang des vierten Lebensjahres sind alle Zähne ausgereift
  • ab dem 3. Lebensjahr beginnt die Nutzungsperiode des Milchgebisses, welche dann bis zum Gebisswechsel anhält
  • Milchzähne besitzen ebenso Wurzeln wie die bleibenden Zähne, nur sind diese wesentlich kleiner

4 Zahnverlust

Die Milchzähne werden in der Regel nach folgendem Schema durch die bleibenden Zähne ersetzt:

  • der erste zum bleibenden Gebiss gehörende Zahn ist in den meisten Fällen der erste Backenzahn
  • sein Durchbruchszeitpunkt ist meistens zur Einschulungszeit, also mit etwa 6 Jahren (aus diesem Grund nennt man diesen Zahn auch den 6-Jahr-Molar)
  • Verlust der mittleren (Milch-)Schneidezähne zwischen dem sechsten und dem achten Lebensjahr
  • anschließend beginnt der Ausfall der seitlichen Schneidezähne
  • Ersatz der Eckzähne und der ersten Milchmahlzähne zwischen dem neunten und elften Lebensjahr
  • im Alter von 13 Jahren sind in der Regel auch die zweiten Milchmahlzähne ausgefallen und das bleibende Gebiss ist fast vollständig
  • anschließend noch Durchbruch der 2. Backenzähne
  • Durchbruch der Weisheitszähne mit Beginn der Volljährigkeit, nicht selten auch wesentlich später

Fachgebiete: Zahnmedizin

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