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Luftrettung

Englisch: air medical services

1 Definition

Unter Luftrettung versteht man den Einsatz von Rettungsmitteln über den Luftweg. In Deutschland wird die Luftrettung überwiegend durch Rettungshubschrauber realisiert. Sie ist gesetzlich Aufgabe der Bundesländer. In der europäischen Luftfahrtgesetzgebung zählt die Luftrettung zu den HEMS (Helicopter Emergency Medical Services).

2 Einsatzarten

Die Luftrettung wird bei Primäreinsätzen und bei Sekundäreinsätzen genutzt. Primäreinsätze werden von Rettungshubschraubern (RTH) geflogen, Sekundäreinsätze von Intensivtransporthubschraubern (ITH). In Gebieten mit regionalen Besonderheiten (Meernähe, Gebirge) erfüllen Rettungshelikopter zusätzlich der Region angepasste Sonderaufgaben (Bergrettung, Wasserrettung). Organ- und Bluttransporte stellen einen geringen Anteil der Luftrettung dar. Im Fall von Primäreinsätzen wird der Helikopter von der lokalen Leitstelle disponiert, bei Sekundäreinsätzen werden Intensivtransporthubschrauber von zentralen Koordinierungstellen disponiert.

3 Vor- und Nachteile

Der Einsatz der Luftrettung bringt einige für die Notfallrettung relevante Vorteile mit sich.

  • in der Luftrettung werden Rettungsmittel eingesetzt, die einen sehr großen Einsatzradius abdecken können. Sie sind nicht an Verkehr gebunden und können lange Strecken in sehr kurzer Zeit zurücklegen. Weiterhin kann die Luftrettung schnell in für Fahrzeuge schwierig zu erreichendes Terrain gelangen. Außerdem ist das Finden und Beurteilen des Einsatzortes aus der Luft wesentlich einfacher
  • durch die Hohe Flexibilität der Luftrettung ist eine länder- und grenzübergreifende Mobilisierung von Rettungsmitteln bei Großschadensereignissen (MANV) möglich. Dabei können Patienten auch in weiter entfernte Zielkliniken transportiert werden und zusätzliche Einsatzkräfte zeitnah zum Einsatzort transportiert werden.
  • die Flugstabilität eines Helikopters kann bei einen Patienten mit Polytrauma oder Wirbelsäulenverletzungen einen relativ erschütterungsarmen Transport gewährleisten

Der größte Nachteil der Luftrettung ist die Abhängigkeit von Witterung und Lichtstärke. Nachtflüge sind eher bei Sekundäreinsätzen möglich, Primäreinsätze können nachtsüber kaum durchgeführt werden und sind aufgrund luftrechtlicher Hindernisse nur in wenigen Ausnahmen möglich. Das hat zur Folge, dass die mögliche Einsatzzeit der Luftrettung in den Wintermonaten wesentlich geringer ist, als in den Sommermonaten. Des weiteren ist der Platz im Hubschrauber begrenzt und erschwert das medizinische Arbeiten während des Fluges.

4 Einsatzspektrum

Den Hauptanteil von Einsätzen der Luftrettung bilden die Polytraumata. Sie haben einem wesentlich höheren Anteil als in der bodengebundenen Rettung. Ein weiteres Einsatzgebiet sind kardiologische und neurologische Notfälle. Des weiteren ist die Anzahl von Kindernotfällen verhältnismäßig wesentlich höher als bei bodengebundenen Rettungsmitteln.

5 Standorte

Es gibt deutschlandweit 81 Standorte, an denen Rettungshubschrauber stationiert sind. Dazu kommen Standorte für Intensivtransporthubschrauber. Sie sind relativ gleichmäßig im Bundesgebiet aufgeteilt, um eine flächendeckende Versorgung aufrechtzuerhalten.

6 Betreiber

Aktuelle Betreiber von Rettungs- und Intensivtransporthubschraubern sind:

  • ADAC Luftrettung
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundeswehr
  • DRF Luftrettung
  • FJS Helikopter Lufttransport
  • HDM Luftrettung
  • Heli-Flight
  • Hubschrauber SonderDienst
  • Johanniter Luftrettung
  • Northern HeliCopter
  • Rotorflug

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