Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Rettungshubschrauber

Synonym: Rettungs-Transport-Hubschrauber

1 Definition

Ein Rettungshubschrauber, kurz RTH, ist ein luftgebundenes Rettungsmittel, das bei Primäreinsätzen von der Leitstelle disponiert wird. Dabei fungiert er wie ein NAW.

2 Ausstattung

Die Ausstattung eines Rettungshubschraubers ist durch die DIN/EN 13718 geregelt. Standardmäßig gibt es auf fast allen Hubschraubern 12-Kanal-EKG-Geräte, Beatmungsgeräte mit unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten, Perfusoren und Medizintechnik zum Atemwegsmanagement. Desweiteren gehören Sauerstoff und Medikamente zur Standardausrüstung.

Die Hubschrauber unterscheiden sich nach den Anforderungen des jeweiligen Einsatzgebietes. Hubschrauber, die in der Nähe von Gebirgen oder am Meer stationiert sind, verfügen oft über eine Winde, um die Bergung von Verletzen und Erkrankten aus schwer zugänglichem Terrain zu ermöglichen. Wenige Hubschrauber sind mit Instrumenten für Nachtflüge ausgestattet. Neue Ansätze gehen in die Richtung der Nutzung eines Dual-Use Hubschraubers, um die Aufteilung von Rettungs- und Intensivtransporthubschraubers zu vermeiden.

3 Besatzung

Die Besatzung eines Rettungshubschraubers besteht in der Regel aus einem Piloten, einem Notarzt, einem Rettungsassistenten und in seltenen Fällen einem Bordmechaniker.

  • Pilot: Der Pilot ist für die Sicherheit des Hubschraubers bei allen fliegerischen Anteilen des Einsatzes verantwortlich. Er hat das Recht, einen Einsatz aufgrund von diversen Gründen (Witterungs-, Lichtverhältnisse, Zustand der Maschine) abzulehnen. Die Piloten müssen in schwierigen Landesituationen geübt sein. Der größte Anteil der Piloten wird von ehemaligen Bundeswehrsoldaten und Bundesgrenzschutzbeamten gebildet.
  • Bordmechaniker: Der Bordmechaniker ist keine obligatorische vierte Person der Crew. Für den Fall, das er zur Crew gehört, übernimmt er die Aufgaben des Rettungsassistenten bei der Unterstützung des Piloten in fliegerischen Belangen. Des weiteren ist er für die Instandhaltung, Betankung und die zweimal täglichen Checks des Helikopters zuständig. Im Fall, dass eine Winde Teil der Ausrüstung ist, bedient und kontrolliert er die Winde. Diese Aufgabe kann nur von einem Bordmechaniker ausgeführt werden. In vielen Stützpunkten wird aus finanziellen Aspekten auf ein dauerhaftes Crewmitglied in der Rolle des Bordmechanikers verzichtet.
  • Rettungsassistent: Der Rettungsassistent muss eine Zusatzausbildung zum HEMS Crew Member machen. Seine zusätzlichen Tätigkeiten sind die Unterstützung des Piloten bei der Luftraumbeobachtung und der Landung unter schwierigen Umständen. Am Boden übernimmt der Rettungsassistent zusammen mit dem Notarzt die Patientenversorgung. Nach dem Einsatz ist er für die Desinfektion und das Wiederauffüllen der ge- bzw. verbrauchen Materialien zuständig.
  • Notarzt: Die Aufgabe des Notarztes ist alleinig die Patientenbetreuung und Überwachung. Er hat keine fliegerischen Tätigkeiten zu erfüllen. Er bestimmt das Zielkrankenhaus, diese Entscheidung ist für die anderen Teammitglieder bindend.

4 Reichweite

Der Aktionsradius eines Rettungshubschraubers beträgt in der Regel 50 bis 70 km.

Fachgebiete: Notfallmedizin

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

482 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: