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Luftleitungshörgerät

1 Definition

Unter einem Luftleitungshörgerät versteht man ein Hörgerät, das das Nutzsignal in den äußeren Gehörgang und an das Trommelfell überträgt.

2 Aufbau

Grundlage eines jeden Hörgerätes ist das Mikrophon, das der Aufnahme des Nutzsignals dient. Hinzu kommen ein Filter, ein Vorverstärker und ein individuell programmierbarer Audioprozessor zur Bearbeitung des aufgenommenen Schallsignals. Weitere wichtige Bestandteile sind die Verstärkerendstufe sowie ein ohrseitiger Wandler, der beim Luftleitungshörgerät auch als "Hörer" bezeichnet wird.

Es handelt sich dabei um einen kleinen Lautsprecher, der das Nutzsignal in den äußeren Gehörgang und an das Trommelfell überträgt.

Da aufgrund des geringen Abstands zwischen Mikrophon und Hörer die Gefahr einer Rückkoppelung besteht, ist vor allem bei Patienten mit stärkeren Hörverlusten eine gute Abdichtung durch das Ohrpassstück notwendig.

3 Formen

3.1 Hinter-dem-Ohr-Hörgerät

Bei dieser Form des Luftleitungshörgeräts (sog. HdO-Gerät) befinden sich das Mikrophon und das Energie- und Elektronikmodul hinter dem Ohr. Die Verbindung mit dem Ohrpassstück erfolgt über einen Schallschlauch. Es besteht die Möglichkeit der Integration des Hörgerätes in einen Brillenbügel, wenn der betroffene Patient Brillenträger ist.

Das Hinter-dem-Ohr-Hörgerät wird vor allem bei ausgeprägter Schwerhörigkeit und bei Kindern angewendet.

Bei der offenen Anpassung der Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte ist das Mikrophon hinter dem Ohr lokalisiert. Der Schall wird über einen Schallschlauch oder über einen ausgelagerten Hörer direkt an den Gehörgang abgegeben.

Diese Form ist bei Hochton-Innenohrschwerhörigkeiten indiziert und bietet einen verbesserten Tragekomfort.

3.2 Im-Ohr-Hörgerät

Dieses Hörgerät besteht aus nur einem individuell geformten Teil, das entweder in der Ohrmuschel oder in der Nähe des Trommelfells platziert wird (sog. CIC-Gerät). Bei diesen Hörgeräten kann die Richtcharakteristik der Ohrmuschel für das Richtungshören genutzt werden.

Da diese Form der Luftleitungshörgeräte sehr klein ist, ist die Energieversorgung schlechter als bei den HdO-Geräten, so dass sie vor allem bei Patienten mit geringer ausgeprägter Schwerhörigkeit genutzt werden.

4 Anwendung

Ein Hörgerät sollte verordnet werden, wenn eine Operation nicht zu einer ausreichenden Verbesserung des Hörvermögens führt.

Der Hörverlust sollte auf dem Ohr, mit dem besser gehört wird, mindestens dreißig Dezibel in mindestens einer Frequenz zwischen 500 und 3.000 Hertz betragen.

Wenn sich im Sprachaudiogramm ein Diskriminationsverlust von mindestens zwanzig Prozent bei einer Lautstärke von 65 Dezibel zeigt, ist ebenfalls ein Hörgerät indiziert.

Luftleitungshörgeräte werden bei Schallempfindungsschwerhörigkeit verordnet, wenn der Patient auf dem betroffenen Ohr noch nicht ertaubt ist. Der äußere Gehörgang sollte intakt und die anatomischen Voraussetzungen für ein Hörgerät gegeben sein.

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