Localizer (Radiologie)
Synonyme: CT-Topogramm, Topogramm
Englisch: scout, scanogram, topogram, surview
Definition
Der Localizer, auch CT-Localizer, ist eine vor der eigentlichen CT-Akquisition angefertigte Projektionsaufnahme. Sie dient der Planung und Optimierung der anschließenden Schnittbildgebung und ist somit der erste Schritt jeder CT-Untersuchung.
Hintergrund
Der Localizer wird vor der eigentlichen Volumenakquisition durchgeführt. Er liefert eine zweidimensionale Übersichtsaufnahme, die der Orientierung dient und die Grundlage für die Planung der Schnittbildgebung bildet. Im Gegensatz zur diagnostischen CT-Bildgebung handelt es sich beim Localizer nicht um eine hochauflösende Darstellung, sondern um eine niedrig dosierte Projektionsaufnahme mit begrenzter diagnostischer Aussagekraft.
Technik
Die Aufnahme des Localizers erfolgt in der Regel in einer oder zwei Projektionen:
Häufig wird zunächst eine laterale Aufnahme durchgeführt, um die korrekte Höhenpositionierung des Patienten auf dem CT-Tisch sicherzustellen. Anschließend erfolgt die frontale Projektion. Auf dem Localizer wird digital ein Planungsfeld („Scanbereich“) definiert, das die anatomische Region für die anschließende CT-Akquisition festlegt. Bei multiphasischen Untersuchungen können mehrere Planungsbereiche definiert werden.
Funktionen
Die zentrale Funktion des CT-Localizers besteht in der Festlegung des Untersuchungsbereichs. Dadurch wird sichergestellt, dass die relevante Anatomie vollständig erfasst wird (z.B. vollständige Darstellung der Leber im Abdomen-CT oder der Lungenspitzen im Thorax-CT). Weitere Funktionen sind:
- korrekte Positionierung des Patienten im Isozentrum des CT-Scanners (entscheidend für Bildqualität und Dosisoptimierung)
- Unterstützung der automatischen Belichtungssteuerung (AEC): Der CT-Localizer liefert Informationen zur Patientengeometrie, anhand derer die Strahlendosis während der eigentlichen CT-Akquisition angepasst wird.[1]
Diagnostische Bedeutung
Der Localizer ist primär ein Planungsinstrument und besitzt im Vergleich zur Schnittbildgebung eine deutlich geringere Sensitivität für pathologische Befunde. Dennoch können in Einzelfällen bereits auffällige Strukturen oder Fremdkörper erkannt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Detektion intrakorporaler Drogenpakete beim sogenannten Bodypacking. In einer Studie mit 108 untersuchten Personen zeigte der CT-Localizer eine Sensitivität von 68 % und eine Spezifität von 100 % zur Detektion von Bodypacks. Der positiv prädiktive Wert lag bei 100 %, während der negativ prädiktive Wert 90 % betrug.[2]
Aufgrund der hohen Spezifität kann ein positiver CT-Localizerbefund in bestimmten klinischen Situationen eine weiterführende Diagnostik beeinflussen. So wurde gezeigt, dass bei positivem Localizerbefund in der Bodypacking-Diagnostik potenziell auf eine vollständige CT-Untersuchung verzichtet werden kann, was zu einer signifikanten Dosisreduktion führt (im Mittel ca. 2 mSv).[2]
Gleichzeitig ist der CT-Localizer durch seine begrenzte Sensitivität klar limitiert und eignet sich nicht als alleinige diagnostische Methode. In der Regel ist daher eine vollständige Schnittbildgebung erforderlich.[2]
Quellen
- ↑ Daniel Boll, CT and MRI of the Whole Body, 2016
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Aissa J et al., Die diagnostische Wertigkeit des CT-Localizers bei dem Bodypacking im Vergleich mit der vollständigen low-dose Abdomen CT., 2014