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Kooperation Phytopharmaka

1 Definition

Die Kooperation Phytopharmaka ist eine wissenschaftliche Gesellschaft mit Sitz in Bonn. Sie setzt sich für eine Stärkung des Stellenwerts pflanzlicher Arzneimittel im Gesundheitssystem ein.

2 Hintergrund

Die Mitglieder der Kooperation Phytopharmaka beschäftigen sich mit speziellen wissenschaftlichen und medizinischen Fragen rund um pflanzliche Arzneimittel. Im Fokus stehen Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit pflanzlicher Arzneimittel und damit das Nutzen-Risiko-Profil für den Patienten.

3 Geschichte

Die Kooperation Phytopharmaka wurde 1982 in Köln gegründet. Sie verfolgt das Ziel, die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel zu erhalten, zu unterstützen und zu fördern.[1] Als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist sie ein Zusammenschluss von drei Verbänden und einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft:

und hat insgesamt 47 Gesellschafter (Stand 26.04.2021).

4 Gremien

Der wissenschaftliche Beirat ist das geschäftsführende Organ der Kooperation Phytopharmaka. Er besteht aus bis zu zwölf Vertretern der Gesellschafter, die von den vier Gründungsorganisationen vorgeschlagen werden. Der wissenschaftliche Beirat wird jährlich von der Gesellschafterversammlung gewählt. Die AG Wissenschaft soll Fragestellungen zu pflanzlichen Arzneimitteln unabhängig von eigenen oder dritten Interessen bearbeiten und ausschließlich nach wissenschaftlichen Kriterien arbeiten. Die Mitglieder der AG Wissenschaft werden vom wissenschaftlichen Beirat berufen und bearbeiten kontinuierlich die Projekte der AG.

5 Aufgaben

Die Kooperation befasst sich vor allem mit der Zusammenstellung, der gutachterlichen Bewertung und Publikation wissenschaftlichen Erkenntnismaterials und unterstützt durch fachlich-wissenschaftliche Ausarbeitungen ihre Mitgliedsfirmen beim Nachweis von Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von pflanzlichen Arzneimitteln. Dies betrifft sowohl Präparate des "well-established use" (allgemeiner medizinischer Gebrauch), die auf Basis bibliographischer Daten zugelassen werden, als auch des "traditional use", die aufgrund ihrer langjährigen Tradition registriert werden. Dabei wird die wissenschaftliche Literatur gesichtet, nach neuestem Erkenntnisstand von unabhängigen Experten bewertet und in Ausarbeitungen zusammengestellt. Eine weitere Aufgabe ist die Initiierung und Bearbeitung von Projekten in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern.

6 Projekte

Gegenwärtig (2021) bilden vier Projekte den Schwerpunkt der Arbeiten:

  • Im Rahmen des PhytoVIS-Projektes hat die Kooperation Phytopharmaka eine Datenbank erstellt, welche die Erfahrung von Patienten mit pflanzlichen Arzneimitteln abbildet.[2]
  • Unter dem Titel PA-Projekt unterstützt die Kooperation Phytopharmaka ein Forschungsprojekt, das die relative toxische Potenz der Pyrrolizidinalkaloide (PA) hinsichtlich ihrer Leberzelltoxizität und Genotoxizität an Zellkulturen untersucht und auf dieser Basis Modellvorstellungen zur Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen entwickelt. Es werden auf wissenschaftlicher Grundlage Risikobewertungen durchgeführt, da einige PA im Verdacht stehen, leberschädigend, erbgutverändernd, embryoschädigend und krebsfördernd bzw. -auslösend zu wirken.[3]
  • Die Bildungskiste (www.bildungskiste.info) richtet sich an Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufen 1 und 2. Sie lernen ausgewählte Arzneipflanzen, deren Wirkung und Wirkungsmechanismus sowie die Techniken zur Verarbeitung von Pflanzen zu Arzneimitteln kennen. Die Bildungskiste wurde als UN-Dekade-Projekt für den Zeitraum 2011–2020 ausgezeichnet.
  • Das Arzneipflanzenlexikon (arzneipflanzenlexikon.info) ist eine Datenbank zu Arzneipflanzen und deren Wirkung, die sich sowohl an Fachleute als auch an interessierte Laien wendet.

7 Quellen

  1. Bernd Eberwein: Kooperation Phytopharmaka – ein Erfolgsmodell wird 25 Jahre alt In: Zeitschrift für Phytotherapie, 2007, 28. Jg., Nr. 6, S. 263–264
  2. Nieber K. et al: Pharmaco-epidemiological research on herbal medicinal products in the paediatric population: data from the PhytoVIS study. Eur J Pediatr. 2020;179(3):507-512
  3. Schrenk D. et al.: Pyrrolizidine alkaloids in food and phytomedicine: Occurrence, exposure, toxicity, mechanisms, and risk assessment - A review. Food Chem Toxicol. 2020;136:111107

Diese Seite wurde zuletzt am 25. Mai 2021 um 15:16 Uhr bearbeitet.

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